unabhängige Größe

„Der Mensch mit Blick auf seine Wahrnehmung ist nicht  Herr im eigenen Haus. Was er geschaffen hat, kommt ihm als unabhängige Größe entgegen. Das muss selbst der Künstler eingestehen.“

Horst Bredekamp, Kunst und Kirche 02/2017, S.6

zu einer tieferen Wirklichkeit finden

„Die Kunst braucht daher die Kirche auch, um ihre eigenen Qualitäten besser wahrnehmen zu lernen. Die Kunst braucht die Kirche, da sie einen weiten Echoraum bietet, in welchem das Tun der Kunst auf eine einzigartige Weise den Bezug zu einer tiefen Wirklichkeit findet.“

Gustav Schörghofer SJ, Braucht die Kunst die Kirche? Editorial in: Stimmen der Zeit, Heft 7, Juli 2017, S. 433-434

den Sinn weiten, schärfen und verwirren

„Es ist wichtig Bilder zu haben, die einen lange begleiten, tagtäglich den Sinn weiten, schärfen und verwirren. Das ist zum Glück kein Privileg der sehr Wohlhabenden, das ist etwas für jeden Mann und jede Frau.“

Dr. Johann Hindrich Claussen, Kulturbeauftragter der EKD, in: reFORM, Zweiter Kunstpreis der Evangelischen Landeskirche in Württemberg 2016, S.12.

Spiegelbilder unserer Zeit

„Kunst und Religion sind – jenseits der nüchternen Tageschauberichte – Spiegelbilder unserer Zeit, die auch von Problemen, Schrecken und Katastrophen der Gegenwart erzählen und mit eigenen Ausdrucksmitteln darauf aufmerksam machen.“

Dr. Ulrike Groos, Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart, , in: reFORM, Zweiter Kunstpreis der Evangelischen Landeskirche in Württemberg 2016, S.13.

… geistige Energie beflügeln

„Kunst … muss mehr bewirken als Vergnügen: Sie sollte etwas mit unserem Leben zu tun haben und unsere geistige Energie beflügeln.“

Sir Kenneth Clark, Looking at Pictures, London 1961, S. 15.

Vielseitige Kraft

„Die Begegnung von Kunst und sakralem Raum birgt die Kraft des Ungewohnten im Vertrauten, des Grellen in der Stille, des Lebendigen im Ewigen, des Sinnlichen im Geistlichen und umgekehrt.“

Kunst lehrt die Wahrheit begreifen

„Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit begreifen lehrt“ (Pablo Picasso).

Manches Bild, manche Musik spricht unmittelbar an und lässt etwas Wahres über das eigene Leben erspüren. Aber Kunstwerke verwenden keine vernünftigen Argumente, um Wahrheit zu zeigen, sondern gehen bunt und fließend vor, vieldeutig und assoziativ. Sie machen neugierig, anstatt zu antworten. Für das religiöse Denken liegen darin Provokation und Reiz.

Pfr. Christhard-Georg Neubert, Berlin 2017

Sehkraft schärfen

„Es ist Anliegen vieler Künstler gegen das Verkommen des Schauens in der Sehkonsumgesellschaft anzuwirken, denn auch der Kunst und ihrer Betrachtung tut dieser Abschliff der Sehfähigkeit weh.“

John Cage

Die Methode, Bilder zu verstehen

„Es gibt nur eine Methode, um Bilder zu verstehen – nicht versuchen, sie zu interpretieren, sondern sie so lange anschauen, bis das Licht hervorbricht.“

Simone Weil, Mystikerin

wie ein Gast willkommen heißen

„Von Angesicht zu Angesicht im Gegenüber zur Gegenwart gebotener Bedeutung, die wir einen Text nennen (oder ein Gemälde oder eine Symphonie), streben wir danach, seine Sprache zu hören. Wie wir auch die des auserwählten Freundes hören wollen, der zu uns kommt. … Es gibt Werke der Literatur, der Kunst, der Musik, die verschlossen bleiben oder selbst der entgegenkommendsten Wahrnehmung nur oberflächlich zugänglich sind. Kurz, im Impuls zu Rezeption und Aufnahme verkörpert sich ein anfänglicher fundamentaler Akt des Vertrauens. Er birgt das Risiko von Enttäuschung oder noch Schlimmerem in sich. Wie wir bemerken werden, konnte der Gast despotisch oder gehässig werden. Doch ohne das Wagnis der Bewillkommnung lässt sich keine Türe öffnen, wenn die Freiheit anklopft.“

George Steiner, Von realer Gegenwart: Hat unser Sprechen Inhalt? München 1990, S. 206

geistige Lebensbereiche sichtbar machen

„Kunst meint wesentlich Sichtbarmachen geistiger Lebensbereiche des Menschen, Sichtbarmachen wichtiger Themen menschlichen Daseins – Gefühle, Sinne, Farben, Formen. In Werken der Kunst spiegelt sich die jeweilige Zeit, aber auch die jeweilige Person wider. Kunst hat damit auch von vornherein historische Dimension. „geistige Lebensbereiche sichtbar machen“ weiterlesen

Möglichkeit, Gott wahrzunehmen

„Kunst und Musik sind in der Kirche Möglichkeiten, die Existenz Gottes auf eine Art und Weise wahrzunehmen, die jenseits von mathematischem Beweis und rationaler Erkenntnis liegen und dennoch sehr real von einer Wirklichkeit erzählen, die zu unserem Leben unlösbar dazugehört.“

Dominik M. Meiering

Kunst entgrenzt und öffnet Türen

„Kunst feiert. Kunst entgrenzt und öffnet Türen zu einem Überfluss von Gedanken und Gefühl. Kunst ist eine Schwester des Festes. Ein Glaube ohne Feste steht im Verdacht, der Gnade nicht zu glauben. Ein Beschenkter kann seine Arbeit ruhen lassen und feiern. Kunst-Pausen sind Oasen, Stationen auf dem Weg zu dem einen grossen Fest.“

Oliver Kohler

Bilder des Lebens

“Kunst schafft Bilder des Lebens, der Welt im Ganzen wie im Einzelnen, ohne das Rätsel des Lebens zu lösen.”

Bischof Dr. Gebhard Fürst am Aschermittwoch der Künstler, 5. März 2003

schöpferische Hilfe

“Künstler helfen Gott bei der Erschaffung der Welt.”

Markus Lüpertz

eine geistige Dividende, ein Angebot

“Kunst ist weder Imageprodukt noch Feigenblatt, sie ist vor allem eine geistige Dividende, ein Angebot, sich auf andere Weise mit zeitgenössischen Themen auseinanderzusetzen.”

Ariane Grigoteilt / Kunstsammlung der Deutschen Bank im Interview mit der Kunstzeitung 103 / März 2005, S. 7

Kunst hilft

“Die Kirche braucht die Kunst … Sie braucht die Kunst, um besser zu wissen, was im Menschen ist: in jenem Menschen, dem sie das Evangelium zu verkünden hat.”

Papst Johannes Paul II.

inwendig

„Der Maler soll nicht nur malen, was er vor sich sieht, sondern auch was er in sich sieht.“

Caspar David Friedrich

Fragen öffnen …

„Es sind die Fragen, die die Augen öffnen.“

Gottfried Böhm