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Fachliteratur - Rezensionen

Johannes-Schreiter-Stiftung (Hrsg.), Johannes Schreiter – Freie Glasbilder,
Regensburg, Schnell & Steiner 2005, 192 S., 26 s/w Abb., 70 Farbtafeln


Als einer der bedeutendsten Künstler und Lehrer der Glasmalerei ist Johannes Schreiter vor allem durch seine Kirchenfenster wie seine architekturgebundenen Werke bekannt. In den vergangenen Jahren waren seine Glasbilder denn auch wiederholt Gegenstand von Publikationen, es sei hier nur auf die beiden großen Bände von H. Gercke und R. Volp (Hrsg.) hingewiesen, „Die Glasbilder von Johannes Schreiter“ (Bd. I), Johannes Schreiter – Glasbilder (Bd. II), Darmstadt 1988 und 1997.

Anlässlich seines 75. Geburtstags werden nun erstmals seine über 100 freien Glasbilder als eigenständigen Werkbereich vorgestellt. Das Buch besticht durch seine umfassende Erschließung seines autonomen Oeuvres wie durch die ganz im Geiste des Künstlers gehaltene einfache und übersichtliche Darstellung.

Holger Brülls vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt führt in seinem Beitrag „Die Freiheit des Bildes und die Unfreiheit des Künstlers“ in die Struktur und die Rezensionsbedingungen der freien Glasbilder ein, situiert sie als Werke des Malers und Zeichners Schreiter, verfolgt die seriellen und aleatorischen Elemente der Bildproduktion, geht auf Botschaft der Kompositionen ein und schließt mit der Frage, wie weit seine freien Arbeiten Andachts- und Stimmungskunst sind, Zeugnisse eine devotio moderna.

Gunther Sehring, profunder Kenner des Werks von Johannes Schreiter, beleuchtet seinerseits die freien Glasbilder im kunstgeschichtlichen Zusammenhang und verfolgt dann in drei großen Kapiteln ihre gestalterische Entwicklung. Beginnend mit der Form-Findung der 60-er Jahre, kommentiert und vertieft er danach Fläche, Raum und Zeichnung in den Glasbildern der 70-er Jahre, um im dritten Teil die letzten zwanzig Jahre mit über 70 Glasbilder zu charakterisieren. In einem spannenden Schreibstil gelingt es dem Autor, dem Leser trotz aller Sachlichkeit einen umfassenden Einblick in das Denken und Gestalten von Johannes Schreiter zu geben, nicht zuletzt auch durch ausgewählte Selbstäußerungen des Künstlers in Wort und Bild.

Mit diesem Hintergrundwissen wird dann das Betrachten der in hervorragender Druckqualität abgebildeten Glasbilder ein wahres Vergnügen für die Augen – und Balsam für die Seele. Es ist wohltuend, dass hier die Werke unbelastet von Text zur Sprache kommen – als autonome Kunstwerke, welche die in sie hineingelegte Stille, Ordnung und Sinnstiftung unverändert weitergeben. Das Buch ist deshalb allen zu empfehlen, die gerne meditieren oder die Bildbetrachtung üben.

Ein Werkverzeichnis der freien Glasbilder von 1965 bis 2004, eine Auswahl wichtiger Arbeiten in öffentlichen Gebäuden, Sammlungen und Museen sowie biographische Angaben und eine ausgewählte Bibliographie runden den schönen Bildband ab und machen ihn zu einem unverzichtbaren Überblickswerk.

Patrik Scherrer

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