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Fachliteratur - Rezensionen

 

Dein Plan für das Paradies. Madeleine Dietz – Sakrale Räume
Schnell & Steiner Regensburg 2013, 104 Seiten, 107 farbige Illustrationen, 21 x 25 cm, Hardcover, ISBN: 978-3-7954-2806-8, 19,95 Euro

Meisterin der Symbolik

Mit Erde, Stahl und Licht hat Madeleine Ditz ein künstlerisches Werk geschaffen, das in seiner Symbolik kaum zu übertreffen ist. Bei der Verleihung des Barlach-Preises 2003 sagt Manfred Fath über sie: „Madeleine Dietz ist eine Archäologin der menschlichen Seele. Sie macht sich auf die Suche nach den grundlegenden Fragen des Seins. Ihre Materialien sind archaisch, führen zu den fundamentalen Dingen des Lebens und des Sterbens zurück. Ihre Arbeiten eröffnen Einsichten, die den Betrachter anregen. Die Schichten, die sie hervorholt, gleichen Urerfahrungen der Menschheit, sie entbergen das, was verborgen scheint.“

Das Buch gibt in eindrücklichen Fotos Einblicke in die Vielfalt ihrer sakralen Arbeiten. Es lässt die spannungsvolle Gegensätzlichkeit der Materialien sichtbar werden, die sich gegenseitig bereichern und ununterbrochen Bezüge zum menschlichen Leben schaffen. Die hinführenden und be-deutenden Texte stammen aus der Feder der besten Fachleute unserer Zeit im Bereich Kunst und Theologie.

Es geht, wie es der Titel andeutet, um nichts weniger als das Paradies. So irdisch einfach die Materialien von Madeleine Dietz auch sind, mit ihrem kreativen Geist verleiht sie ihnen spirituelle Dimensionen, die unter die Haut gehen, das Herz berühren und das Leben weit über das Hier und Jetzt hinausgehend thematisieren. Moderne Kunst vom Feinsten! Ein Glücksfall für die Kirche, dass sich eine Künstlerin so intensiv und meisterlich mit Leben, Tod und Erlösung auseinandersetzt und versteht, diese Themen durch in ihren Arbeiten angenehm provozierend und doch bereichernd in die Kirchen einzubringen.

Ein wunderschönes, tolles Buch, das man wegen der starken Bilder gar nicht mehr schließen will.
Madeleine Dietz, unendlichen Dank!

 

 

Verwandeltes Licht. Die Meistermannfenster in der Würzburger Dom-Sepultur
Friedhelm Hofmann, Würzburg 2013, 80 Seiten, 17 Abbildungen in Farbe, ISBN-13: 978-3429036843, 9,90 Euro

Ein Schatz der Glaskunst und des Glaubens

Ein wahrer Schatz verbirgt sich in der Sepultur, einem spätgotischen Nebenraum, des Würzburger Doms. 1956 hat der Künstler Georg Meistermann in den Fensteröffnungen einen neunteiligen Zyklus zum Kirchenjahr geschaffen, der bis heute nichts an Modernität verloren hat.

Bischof  Dr. Friedhelm Hofmann sei Dank, dass er diese Meisterwerke der Glasmalerei aus dem Schatten des Doms herausgeholt hat und ihren spirituellen Gehalt mit kurzen Bildbetrachtungen erschliesst und würdigt. Nach einer Einführung zu Georg Meistermann und der Einordnung des Zyklus in seinem Lebenswerk bilden die ganzseitigen Abbildungen der Glasfenster den Höhepunkt des Buches. Sie laden zur Betrachtung und Auseinandersetzung mit den liturgischen Höhepunkten des Kirchenjahres ein, den Kerninhalten des christlichen Glaubens.

Sehr zu empfehlen für die persönliche Erbauung oder als kleines Geschenk mit großem Wert!

 

Zeichnung als Zwiesprache. Die künstlerische Gestaltung des neuen „Gotteslob“
Friedhelm Hofmann, Echter Verlag, Würzburg 2015. 104 Seiten, 34 Abb., 9,90 Euro. ISBN 978-3-429-03905-9

Würdigung und Hinführung zur künstlerische Gestaltung des neuen „Gotteslob“

Gut zwei Jahre nach dem Erscheinen des „Gotteslob“ erscheint endlich ein allen Interessierten zugängliches Buch zum neusten und für viele vielleicht schwierigsten Teil im Gotteslob, den Zeichnungen. Mit Bischof Dr. Friedhelm Hofmann schildert ein Insider – er war Vorsitzender der zuständigen Kommission und wesentlicher Befürworter des neuen Bildkonzepts – wie die künstlerische Gestaltung des neuen Gotteslob entstanden ist und führt mit kurzen Texten an die modernen Zeichnungen heran. Den Schwerpunkt bilden die meist ganzseitigen Abbildungen der Zeichnungen (19 aus dem Stammteil und 7 aus dem Würzburger Eigenteil), denen Hofmann jeweils einen Meditationsimpuls zur Seite gestellt hat. Sie „wollen lediglich helfen, sich auf die Zeichnungen einzulassen, uns so einen eigenen Weg zum Verstehen zu finden“, schreibt Hofmann in seinem Schlusswort (S. 97). Den Zeichnungen vor- und nachgelagert sind wertvolle Hintergrundinformationen, wie es zu diesen Zeichnungen kam und wo sie jetzt aufbewahrt werden.

Das vorliegende Buch ist für alle, die an den Zeichnungen im Gotteslob interessiert sind, unverzichtbar. In der Gestaltung orientiert es sich mit den roten Kapitelblättern am Gotteslob. Hervorzuheben und ein Genuss ist, dass die Zeichnungen durch ganzseitige Wiedergabe auf festem Papier unverfälscht von durchscheinenden Texten auf der Rückseite betrachtet werden können. Die Impulse und Anregungen zu den Zeichnungen beschränken sich auf das Wesentliche, die die Entstehung beschreibenden Texte runden die Dokumentation ab.

Schade ist, dass die Zeichnungen der anderen diözesanen Eigenteilen nicht berücksichtigt wurden. Aber für den sensationellen Preis von knapp 10 Euro kann man nichts sagen. Es ist ein sehr schönes und informatives Buch geworden, dem ich wünsche, dass es als ergänzendes Geschenk zum Gotteslob viele Käufer findet.




Die Bildhauer. Kunstakademie Düsseldorf 1945 bis heute
22,50 × 30,00 cm, 304, Seiten, 196 farbige und 15 s/w Abb., Hardcover Kerber Verlag, Bielefeld,
SBN: 978-3-86678-789-6, Preis 58 Euro


„Die Bildhauer“ ist als Katalog zur gleichnamigen Ausstellung, die von Februar bis Juli 2013 im K20 in Düsseldorf gezeigt wurde, konzipiert. Im Mittelpunkt dieser Chronologie stehen 53 Künstler, die seit 1945 als Bildhauerinnen und Bildhauer an der Düsseldorfer Kunstakademie gelehrt oder studiert haben. Das sich in Text und Bild sehr ansprechend präsentierende Buch dokumentiert die „Chronologie einer Erfolgsgeschichte“: Wie die Leiter der Akademie durch eine geschickte Berufung von Künstlerpersönlichkeiten ein Biotop geschaffen haben, das vielen Bildhauerinnen und Bildhauern eine fruchtbare Auseinandersetzung mit der „Formfindung“ ermöglichte und dadurch der Bildhauerei auf internationalen Ebene seit Jahrzehnten entscheidende Impulse zu vermittelt.

Ausgewogen entfaltet das Buch die schöpferische Vielfalt moderner Bildhauerei. Der geschichtliche und informative Teil ist kurz und lebendig gehalten. Konstruktive Gespräche über die Bildhauer an der Akademie und ihre Perspektiven, der gelungene „Versuch einer Typologisierung bildhauerischen Handelns“, kurzweilige Notizen von Tony Cragg, dem Initiator der Ausstellung sowie zwei informative Beiträge zur „Entwicklung der figürlichen Plastik“ seit 1945 und „Die Internationalisierung des Kunstgeschehens in Düsseldorf“ lassen den Geist spüren, der zur Bekanntheit der Bildhauer an der Düsseldorfer Kunstakademie beitrug.

Im Hauptteil werden in alphabetischer Reihenfolge die für die Ausstellung ausgewählten Künstler auf je zwei Doppelseiten vorgestellt. Von Joseph Beuys bis Franz Erhard Walther wird auf der ersten Seite der schöpferische Beitrag eines jeden Künstlers zur Bildhauerei gewürdigt, auf den weiteren Seiten die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten abgebildet. Das dadurch entstandene Panorama moderner Bildhauerei beeindruckt und lässt über die Kreativität der Künstler und ihre schöpferische Vielfalt staunen.

Das Buch dokumentiert über die Ausstellung hinaus ein prägendes Stück deutscher und internationaler Kunstgeschichte. Darüber hinaus lässt das Buch spüren, wie spannend, bereichernd und trotz aller Zweckfreiheit notwendig dieses künstlerische Schaffen und die daraus hervorgehende schöpferische Vielfalt für uns Menschen ist. Ohne sie wären wir ein großes Stück ärmer.

>>> Link zur Website des Verlags mit zahlreicher Bildvorschau aus dem Buch

 

 

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