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Fachliteratur - Rezensionen

 

neues LICHT, Ludger Hinse,
Echter Verlag Würzburg, 2016, 96 S., 61 Abb., 21 x 26 cm, 12,90 Euro, ISBN 978-3-429-03942-4


"Neues Licht" gibt Einblicke in das innovative Kunstprojekt von Ludger Hinse in zehn Kirchen Würzburgs während der Fastenzeit 2016. Es vermittelt mit eindrucksvollen Fotografien die Leuchtkraft und Farbigkeit der einzigartigen Kreuze von Ludger Hinse, die "Himmelsleitern" und "Schlüssel für die Türen zur himmlischen Herrlichkeit und in die Welt des Geistes" für den Künstler darstellen. Die Abbildungen werden von verschiedenen schriftlichen Beiträgen gegliedert, von denen besonders die gelungene Einführung und Übersicht durch die Projekt-Koordinatorin Alexandra Eck und die hervorragende spirituelle Vertiefung des Themas durch Br. Peter Reinl, OSA zu erwähnen sind. Der Künstler selbst ergänzt seine Arbeiten mit drei Meditationen bzw. Gebeten und einem langen Text mit sehr vielen interessanten Gedanken, in dem er sein Anliegen entfaltet, "die Menschen vom Kreuz zu holen und nicht ans Kreuz zu schlagen." Seine Lichtkreuze wollen Auferstehungskreuze sein und "alle Sinne öffnen für eine neue Geschwisterlichkeit von Kunst und Glaube, von Hoffnung und Liebe und vom Licht eines anderen, befreiten Lebens."

Eine Gliederung wäre diesem inhaltlich reichen Text sehr gut gestanden und hätte geholfen, die "Herzstücke" seines Anliegens zu betonen. Ebenso gäbe sich das Buch abgerundeter oder vollständiger, wenn im Inhaltsverzeichnis nicht nur die Wortbeiträge,  sondern auch die Kirchen mit den entsprechenden Kreuzen als Protagonisten aufgelistet wären und mindestens im Impressum ein Herausgeber erwähnt würde. Schade ist auch, dass es kein Werkverzeichnis mit Größen und Materialangaben gibt. Sie hätten Werke noch von einer anderen Seite zum Leuchten bringen können und vielleicht auch die Werke auf einzelnen Fotos verständlicher gemacht.

Insgesamt also ein schönes, interessantes Buch über ein tolles Projekt, das aber leider einen unvollständigen Eindruck hinterlässt.

 

 

Das Kreuz. Gestalt, Wirkung, Deutung, Hans-Günter Heimbrock,
Vandenhoeck & Ruprecht 2013. 232 Seiten mit ca. 30 Abb. gebunden, ISBN 978-3-525-55052-6,Euro 49,99

Der evangelische Theologe Dr. Hans-Günter Heimbrock geht in seinem gut 200-seitigen Buch dem Kreuz auf den Grund. Er nähert er sich dem zentralen Zeichen des Christentums phänomenologisch. Zum einen über exemplarische Erfahrungen, die gläubige wie ungläubige Menschen mit dem Kreuz gemacht haben, zum anderen über zufällige Kreuz-Gestaltungen.

Die umfangreiche Vertiefung erfolgt nach der Gestalt-Theorie, welche den Menschen als offenes System im Umgang mit seiner Umwelt sieht. Dabei geht Hans-Günter Heimbrock ebenso ausführlich auf unsere Wahrnehmung wie auf die geschichtliche Entwicklung der Kreuzsymbolik ein, wie er dem Gestaltbegriff in Bezug auf Gott nachspürt.

Das Buch hat eine klare praktische und religionspädagogische Ausrichtung. Im dritten Teil kommen didaktische, therapeutische und pädagogische Ansätze ganz konkret zur Sprache. Seine Beobachtungen und kompetenten Ausführungen geben Impulse für den Umgang mit dem Kreuz in der Religionsvermittlung, im Leben von PfarrerInnen, im Sprachgebrauch, in unserer post-säkulären und multireligiösen Gesellschaft oder als kirchliches Markenzeichen.

Es ist äußerst spannend, wie der langjährige Professor für Praktische Theologie und Religionspädagogik in Frankfurt kompetent die verschiedenen Facetten der Wahrnehmung und des Umgangs mit dem Kreuz in der Vergangenheit wie in der Gegenwart auslotet und mit einer gestaltgebenden Kreuz-Theologie für die Zukunft fit macht.

Ein empfehlenswertes Buch für alle, welche die Gestaltung, Wahrnehmung und Wirkung des Kreuzes von innen heraus verstehen wollen.

 

 

Zeitgenössische Kunst zur Bibel, Johannes Beer (Hrsg.), Kerber Verlag Bielefeld 2012, ISBN 978-3-86678-720-9, 22,50 × 22,50 cm Seiten: 204 Seiten, 122 farbige und 6 s/w Abbildungen, Hardcover gebunden, Euro 29,95

128 Arbeiten von 91 Künstlern vereinigt der Bildband zur Wanderausstellung „Zeitgenössische Kunst zur Bibel“. Für Pfarrer Johannes Beer war der 490. Jahrestag der ersten lutherischen Bibelausgabe mit Bildern von Lucas Cranach und das Reformationsjubiläum 2017 der Anlass, Künstlerinnen und Künstler einzuladen, ein Werk zur Bibel einzureichen. Dies ohne Vorgaben. Um „neue Erfahrungen zu ermöglichen und Vorurteile zu entkräften. […] Wir nehmen uns gegenseitig ernst und respektieren die gegenseitigen Bedingungen. Wir lassen uns auf die jeweilige Sprache des anderen ein. Und dann geschieht er eben, der ersehnte Dialog auf Augenhöhe“, bringt er es in seiner kurzen, aber sehr guten und absolut empfehlenswerten Einleitung zum wechselhaften Verhältnis von Bild und Kirche bzw. Bibel auf den Punkt. Danach folgen in hervorragender Präsentation die zeitgenössischen Kunstwerke. Auf jeweils einer Doppelseite stehen sich das Kunstwerk und das vom Künstler ausgewählte Bibelwort gegenüber. Unbeeinflusst von kirchlicher Hand bietet sich diese Augenweide so dem Betrachter zum Schauen und als drittem Partner zum Dialog auf Augenhöhe an. Ein wertvoller Bildband, der einem in der Vielfalt der Kunstwerke und ihrer Techniken als auch in ihrem Bezug zum Bibelwort die gegenseitige Bereicherung spüren und damit für das eigene (Glaubens-) Leben fruchtbar werden lässt.

 

 

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