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Fachliteratur - Rezensionen

Günter Lange, Christusbilder sehen und verstehen
Kösel-Verlag München, 272 Seiten, Euro 21,99, ISBN-13: 978-3466370290

In seinem aktuellen Buch beweist Günter Lange von neuem seine Meisterschaft, Bilder mit biblischen Darstellungen durch seine pädagogisch und didaktisch fundierten Hinführungen in einem ganz neuen Licht zu sehen. Das Buch wird der Überschrift des Klappentextes „Sehen lernen – mit Genuss“ voll und ganz gerecht. Die 30 Bilder folgen dem Lebensweg Jesu und lassen bekannte und unbekannte Bilder aus nahezu 17 Jahrhunderten neu entdecken. In seinen Ausführungen „öffnet er die Augen für das, was nicht auf den ersten Blick sichtbar ist“ (Klappentext). So erklärt er gekonnt den jeweiligen Bildaufbau, macht Zusammenhänge und Bewegungen im Bild deutlich. Auch weist er auf viele staunenswerte Details hin und erklärt in gut verständlicher Rede deren oft komplexe theologische Bedeutung.

Im fünften Kapitel geht Günter Lange der Frage nach der Legitimität der Christusbilder nach. Ihn fasziniert, wie sich „der Bildgebrauch gegen ein ausdrückliches Dekalogverbot und gegen anhaltenden theologischen Widerstand durchgesetzt hat.“ Im Rückblick auf den 113 Jahre dauernden Bilderstreit im 8. und 9. Jh. und dem Hinweis auf Aussagen von zwei fachkundigen Bildwissenschaftlern unserer Zeit zeigt er auf, „was die Stärke und Attraktivität der bilderfreundlichen Einstellung ausmachte“ (S. 229).

Originell und aus Anlass des bevorstehenden 80. Geburtstages des Autors gut verständlich ist auch der ausführliche Lebenslauf im Anhang. Vom Autor selbst geschrieben, gibt die Biographie dem Buch eine unerwartete neue Dimension, weil nach den vielen Christusbildern nun auch der betrachtende Mensch in seinem historischen und religionspädagogischen Kontext umfassende Würdigung erfährt. Dem Verlag sei Dank!

Insgesamt spürt man Satz für Satz, wie Günter Lange mit vollen Händen aus dem Schatz seiner Erkenntnisse schöpft. Das Buch ist nicht nur ein Geburtstagsgeschenk für den Jubilar, sondern auch sein Geschenk an jeden Leser, die Bedeutungsstärke christlicher Bilder neu kennen und schätzen zu lernen, durch die Bilder im Glauben zu wachsen.

 

Zwischen Freiheit und Bindung
Friedhelm Mennekes im Gespräch mit Brigitta Lentz über Kirche und Kunst.

Wienand-Verlag 2008, 176 Seiten mit 27 künstlerischen s/w. Abbildungen, 12,5 x 20,5 cm, Broschur,
ISBN 978-3-87909-957-3


Der Initiantin, Frau Brigitta Lentz, sei für dieses wunderbare Buch gedankt. Ihre Absicht, mit den Gesprächen das segensreiche Wirken von Friedhelm Mennekes nochmals zur Sprache kommen zu lassen, ist gelungen. Dabei geht die Retroperspektive des 65-Jährigen über sein langjähriges Wirken in der Kirche und Kunststation Sankt Peter hinaus, um eine erste Lebensbilanz zu ziehen und Zukunftsperspektiven zu betrachten.

In symbolischen zwölf Kapiteln öffnet sich dem Leser das bewegende und sehr persönliche Zeugnis eines ungewöhnlichen Theologen unserer Zeit, seiner Reifungsprozesse und Sichtweisen, die über die Zeit und das Wirken in der Pfarrei Sankt Peter hinaus den Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und dem christlichen Glauben nachhaltig geprägt haben. Dabei geht die Rede in den Worten der Autorin „über Gott und Christus, über die Religion und ihre Kraft, aber auch über ihre Gefahren: über die Kunst, und wie sie die Gotteserfahrung bereichert; über sein Werden als Priester, seine Rückschläge und Erfolge." Und es kommt zur Sprache, „warum ihm die Konfrontation der Religion mit der zeitgenössischen Kunst und der Musik so wichtig war – und welche Möglichkeiten der Erfahrung und der Verdichtung des Glaubens er damit eröffnete.“ (S. 6)

Umrahmt werden die einzelnen Gespräche durch wunderbar eindrückliche Fotografien von Engelbert Reineke. Sie eröffnen und schliessen, trennen und verbinden vor allem die einzelnen Kapitel und lassen durch die künstlerisch poetischen Momentaufnahmen des Portraitierten und seines Wirkungsfeldes „Sankt Peter“ das Gefragte und Gesagte noch intensiver werden.

Die Autorin hat es verstanden, mit den Gesprächen einen spannenden Themenbogen zu schaffen, der schon in den Gesprächsüberschriften wie „Von kreativen Freiräumen und festem Boden“, „Vom Glauben und Zweifeln“ zum Entdecken dieses Mannes einladen. Die anregenden Fragen vermochten wie ein Schlüssel die verschiedenen Lebensräume des Interviewten zu öffnen und ermöglichen so äußerst lebendige und tiefe Einblicke in Friedhelm Mennekes Gedanken- und Lebenswelt. Für alle, die erst jetzt von Mennekes hören oder nur aus der Ferne sein Wirken verfolgen konnten, bietet das Buch eine ausgezeichnete Gelegenheit, den Menschen und Theologen durch die Fragen der Autorin hindurch auf einer sehr geerdeten und zugleich spirituellen Ebene kennen zu lernen.

 

Friedhelm Hofmann, Kometenstreifen des Himmels. Über das Geistliche in der Kunst,
Echter Verlag Würzburg 2008, 108 Seiten, 9,90 Euro, ISBN 978-3-429-03070-4

Von einem Bischof als Hirten der Ortskirche erwartet man, dass er das Wort des Lebens für die Gläubigen auf ihr Niveau herunter zu brechen vermag. Dass Bischof Hofmann sich auch Bilder des Lebens zu deuten vorgenommen hat, spricht von seiner Affinität zur Kunst. Der Titel des Buches „Kometenstreifen des Himmels – über das Geistliche in der Kunst“ lässt in seiner Anspielung an das Buch von Wassily Kandinsky Großes und Tiefschürfendes erwarten, eine Grundhaltung gewissermaßen.

Doch den Leser erwartet die Wiederaufbereitung von 20 Bildbetrachtungen bzw. Gedankensammlungen, die über mehrere Jahre hinweg als spirituelle Nahrung in der „Tagespost“ veröffentlicht worden waren. Anhand der Kunstwerke tritt der Theologe in einen Dialog mit den Künstlern, ihrem Leben, Wirken und Suche, ihren Gedanken, was aufschlussreich und auch interessant ist. Schade ist, dass dadurch die eigentliche Bildbetrachtung, die Analyse der einzelnen Bilder und die Befragung ihrer individuellen Aussage im Zusammenhang mit dem Geistlichen oft zu kurz kam.

So ist „Kometenstreifen des Himmels“ ein gedanklicher Überflug in zwei Teilen, bei dem der Autor seine Katechese, mit Kunstwerken geschmückt, leicht und süffig unter das Volk bringt. Als Grundlage dient ihm im ersten Teil die moderne Kunst, im zweiten Teil stehen elf Anrufungen der Lauretanischen Litanei im Zentrum. Dabei erweckt er den Eindruck, dass es ihm mehr um das Geistliche geht, das die Künstler bewegt hat und wie sie es in den Kunstwerken bildhaft zum Ausdruck gebracht haben, als um die Kunstwerke selbst. Insofern müsste der Untertitel eher „Über das Geistliche bei den Künstlern“ heißen, das seinen Niederschlag in den Kunstwerken gefunden hat. Schade ist auch, dass er es nicht gewagt hat, durchwegs modernes Bildmaterial für die Begegnungen zu wählen.

Nichtsdestotrotz ein schöner Geschenkband mit leichtverdaulichem schöngeistigem Inhalt, der einem en passant ein paar schöne moderne Kunstwerke, aber auch die bildstarke Symbolkraft der Lauretanischen Litanei entdecken lässt.

 

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