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Fachliteratur - Rezensionen

 

Tobias Kammerer – Zeitgemäße Wand- und Deckenfassungen für Sakralbauten
Tobias Kammerer – Zeitgemäße Wand- und Deckenfassungen für Sakralbauten, mit Beiträgen von Peter Butt, Susanne Mandl, Wolfgang Urban, Johann-Christof Hechtel, Klaus Jansen, Jürgen Werinhard Einhorn, Iris Nestler, Leonie Denise Matt, Lisa-Claire Stolzenberger, Stefanie Siegmeier. Kunstverlag Fink, Lindenberg im Allgäu, 304 Seiten, über 350 Abb., Format 21 x 29,7 cm, 2., erweiterte Auflage 2015, ISBN-13: 978-3898706452, Euro 19,80

Räume des Lebens
Der Bildband gibt einen umfassenden Einblick in das großartige Schaffen eines Künstlers, der es versteht, durch seine künstlerischen Eingriffe "leere" Kirchenräume wieder zum Leben zu erwecken und ihnen eine geistige Tiefe zu verleihen. Im Vordergrund stehen seine Wand- und Deckenfassungen, die situativ durch die Gestaltung der Glasfenster und der Prinzipalien wie Altar, Ambo, Sedilien und Osterleuchter ergänzt zu einzigartigen Gesamtkunstwerken tendieren. Über 50 Sakralräume zeugen von der Kreativität und Virtuosität von Tobias Kammerer, mit der Farbkraft zu spielen und mal akzentuiert, mal mit eher gestisch-flüchtigen Farbaufträgen die verschiedenen Raumkomponenten richtig zu betonen und zu einem Ganzen zu verbinden weiß. Seine tief empfundene Spiritualität ermöglicht ihm, Farbuniversen zu schaffen, die die Kraft haben, Räume zu weiten und Glaube immer wieder neu erlebbar zu machen. Dabei versteht Kammerer immer das „gute Alte“ durch seine Interventionen hervorzuheben und durch die Integration in das stets Kirchenraum spezifische Konzept zu ehren.
Starke Texte ergänzen die visuellen Eindrücke und beleuchten Kammerers Schaffen aus intellektueller Sicht. Allen, die gerne Kirchen besuchen und/oder offen sind für zeitgenössisch gestaltete und dadurch mit neuem Leben erfüllte Kirchenräume, kann ich dieses sehr schöne und vom Preis her günstige Buch wärmstens empfehlen.


 

 

Michael Triegel – Verwandlung der Götter
Monografie zur gleichnamigen Ausstellung im Museum der bildenden Künste in Leipzig
vom 28.11.2010 bis 6.2.2011. Mit fünf Beiträgen von R. Hüttel (Hrsg.), H. Damm, W. Löhr und R. Reiche.
Hirmer Verlag München 2010. 224 Seiten, 190 Abbildungen, 24 × 30 cm, Leinen, Schutzumschlag, Euro 39,90,
ISBN: 978-3-7774-3361-5

Göttlich-menschliche Bilderwelten eines Malerfürsten
Wenn sich ein Malerfürst des 21. Jahrhunderts mit den Göttern der Antike und den zentralen Gestalten des Christentums anlegt, dann darf man einiges erwarten. Micheal Triegel zeigt sich als Meister seines Faches, der auch einen Vergleich mit Raffael nicht scheuen muss (Papst Benedikt XVI. begrüßte bei der ersten Begegnung seinen Portraitisten mit: „Sie sind also mein Raffael!“). Dies umso mehr, als er wie kein zweiter Maler unserer Zeit die Auseinandersetzung zwischen dem vergänglichen Mensch und dem ewig Göttlichen in altmeisterlicher Kunstfertigkeit italienischer Renaissancekünstler malt, doch gleichzeitig ganz neue Wege in der Komposition geht.

Das vorliegende Buch ist mit seinen 190 meist farbigen und großformatigen Bildern eine Einladung zum Schauen und Staunen über das Ach so Vertraute und doch befremdend Andere. Seine Arbeiten faszinieren durch ihre handwerkliche Perfektion im Stile alter Meister und irritieren zugleich durch die kleinen und großen Veränderungen, die nach dem Wieso und Warum fragen lassen, nach der Bedeutung, die das Bild dadurch erhält und die Tiefe, die sich dadurch auskosten lässt

Fünf kurze Beiträge gliedern und vertiefen den Einblick in das umfangreiche Schaffen des Künstlers in den letzten 15 Jahren. Während Richard Hüttel in seinem ersten Essay Die Verwandlung der Götter über Triegels Umgang mit dem mythologisch-heidnischen wie dem christlich-heilsgeschichtlichen Personal nachspürt, geht Wolf-Dietrich Löhr in seinem Eröffnungsvortrag zur Triegel-Ausstellung Sprache der Dinge 2008 im Museum am Dom in Würzburg Michael Triegels Spiel mit der Fragwürdigkeit der Bilder nach, das uns immer wieder die Frage stellt: Was siehst Du? Diesen beiden grundlegenden Einführungen in die ikonografische Bilderwelt von Michael Triegel und ihre Auswirkung auf den Betrachter folgen drei Beiträge zu einzelnen Kunstwerken. Reimut Reiche legt in seinem Essay Verstörung, Paradoxie und Glaube in Michael Triegels Abendmahl dar, Heiko Damm beschreibt in Candor. Michael Triegels Papstportrait die Entstehung einer außergewöhnlichen Arbeit, die in Leipzig zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wird, und Richard Hüttel schließt den Reigen mit seinem Artikel zur Entstehung und Bedeutung des Deckengemäldes HARMONIA MUNDI für den Vorraum der Dommusik in Würzburg.

Alle Texte sind leicht verständlich geschrieben und sensibilisieren für die Schönheit und Bedeutung der unzähligen viel zu schnell übersehenen Details in Triegels Arbeiten. Sie ermutigen, nicht nur die Höhen der Götter zu schauen, sondern auch ihre Tiefen in den ungewöhnlichen Darstellungen zu ergründen. Ein Muss für jeden Kunstliebhaber!

 

 

Wirklich? Michael Triegel - Malerei und Arbeiten auf Papier
Hrsg.: Kunstsammlung des Bistums Regensburg, Verlag Schnell & Steiner Regensburg 2010, 70 Seiten, 60 Illustrationen, 21 x 26 cm, 16,90 Euro, ISBN 978-3-7954-2397-1

Der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung vom 16. April bis 20. Juni 2010 im Museum St. Ulrich in Regensburg zeigt auf 70 Seiten 18 Gemälde der letzten 10 Jahre, 3 Zeichnungen, 12 wunderschöne Landschaftsaquarelle und 22 Druckgrafiken. Die ganzseitigen Abbildungen der Gemälde und die gute Druckqualität vermitteln viel von der altmeisterlichen Perfektion des 1968 geborenen Michael Triegel und der Schönheit seiner Arbeiten.

Der Ausstellungs- und Buchtitel „Wirklich?“ trifft die zentrale Fragestellung in seiner Malerei. In seiner Einleitung geht Dr. Jürgen Lenssen aus Würzburg (Museum am Dom) der Frage nach der Wirklichkeit bei Michael Triegel nach. Er erörtert die Beweggründe des Künstlers und seinen Zugang zur Wirklichkeit, gleichzeitig spannt er den Bogen zum Betrachter der Bilder. „In seinen Bildern legt Michael Triegel die Wurzeln frei und stellt sie vor Augen, von denen er erhofft, dass aus ihnen – ihm wie auch den Betrachtern seiner Bildschöpfungen – die Wahrnehmung und Erfassung der Wahrheit, der Wirklichkeit gegen allen Sinnverlust, gegen alle Selbsttäuschung und Selbstgenügsamkeit sowie gegen alle Oberflächlichkeit und gegen jede Absolutsetzung des Momentanen erwachsen. So taucht er in die Tradition ein und gewinnt den notwendigen Stand für die Bewältigung der Gegenwart.“ (S. 10)

Zwei weitere Beiträge runden den Einblick in Michael Triegels Arbeiten ab. Im Ersten gibt der Künstler Einblick in seine römischen Aufenthalte und die Begegnung mit Papst Benedikt XVI., von dem er im Auftrag das Bistums Regensburg gegenwärtig ein Portrait erarbeitet. Im zweiten Beitrag erschließt Dr. Maria Baumann kompetent die Bilder „Persephone im Hades“ (2009) und „Am Kreuz“ (2008), wodurch vielen Betrachtern wahrscheinlich erst die Tiefgründigkeit der Arbeiten Michael Triegels begreifbar und das Verständnis für seine Vorgehensweise geöffnet wird.

Ein empfehlenswerter Katalog zum Staunen und Betrachten der Arbeiten Michael Triegels, vor allem aber auch zum Nachdenken über unsere Wahrnehmung und den Umgang mit der Wirklichkeit.

 

 

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