diese Geburtsdarstellung Jesu Christi ist überraschend anders.
Jesus liegt nicht in einer Krippe, sondern in einer sternenübersäten
Himmelswiege. Symbolstark macht sie Dimensionen der Menschwerdung sichtbar, die wir sonst nicht in dieser Deutlichkeit sehen.
Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Betrachtung der Geburt Jesu und frohe und gesegnete Weihnachtstage.
Die Weihnachtskrippe auf einem Wäscheständer ist bis zum 13. Januar
2026 im Diözesanmuseum Bamberg ausgestellt. Die Installation von
Jörg Länger lädt im Dialog mit traditionellen und modernen Krippen ein,
den eigenen Blick auf das Weihnachtswunder – und vielleicht auch auf
das Wesentliche im Leben – neu zu schärfen.
Sprache ersetzt die Bilder nicht. Könnte man ein Bild in Worten vollständig wiedergeben, so wäre es überflüssig, und es hätte ungemalt bleiben dürfen. Als Walter Knaupp den Kunstpreis der Evangelischen Akademie in Bayern erhielt, sagte er: „Sie können mit Engelszungen predigen, auf die Dauer ist ein Bild stärker." Bilder haben eine Mächtigkeit, die das menschliche Bewusstsein bis in seinen vorbewussten Grund hinein bestimmt. Sie gehören zur Sprache der Seele und sind deren Nahrung. Sie lehren zu sehen und legen zugleich Vorstellungen fest. „Bildgesegnet und bildverflucht ist das menschliche Leben", heißt es in dem Roman „Der Tod des Vergil" von Hermann Broch, „nur in Bildern vermag es sich selbst zu erfassen, unbannbar sind die Bilder, sie sind in uns seit Herden-beginn, sie sind früher und mächtiger als unser Denken, sie sind im Zeitlosen, schließen Vergangenheit und Zukunft in sich ein ..."
Hubert Halbfas im Vorwort zu "Augenblicke für das Unsichtbare" von Walter Achermann, Zürich 1999
der andere Bild-Impuls
Dietlinde Stengelin: Im Herzen gebor(g)en
Allein, hilflos, ausgesetzt, wie unerwünscht liegt das Kind inmitten dieser eisigen Landschaft. Doch das göttliche Kind ist uns ans Herz gelegt. Es ist uns ins Herz gelegt, damit wir ihm Geborgenheit schenken, es schützen und für es sorgen. Wir sollen Jesus in unser Herz aufnehmen, er will in uns und durch uns zur Welt kommen und Licht in der Welt sein.