wir leben vom Empfangen und Geben. Dieser Austausch mit den uns umgebenden Ressourcen ist für alle Lebewesen essentiell. Das übergroße Maß und die herausfließenden Einheiten lassen darüber nachdenken.
Ich wünsche Ihnen eine gute Betrachtung und eine gesegnete Zeit.
Die Ausstellung des Diözesanmuseums beleuchtet die künstlerische Entwicklung im München des 19. Jahrhunderts und ihren Einfluss auf die religiöse Malerei. Die Epoche ist geprägt von politischen Umbrüchen, neuen gesellschaftlichen Rollen und dem Aufkommen eines freien Kunstmarkts, auf dem erstmals auch Künstlerinnen sichtbar werden.
Ludwig I. setzt wichtige Akzente, bevor sich zahlreiche Stilrichtungen entfalten – von Spätnazarenern über Realismus und Impressionismus bis zum Expressionismus und dem Blauen Reiter. Gleichzeitig ringt die Kirche darum, traditionelle christliche Inhalte in moderne Bildsprachen zu übertragen. Dabei entsteht erstmals Uneinigkeit darüber, was ein Werk überhaupt „christlich“ macht.
Die Kunst hat “auch jenseits ihrer typisch religiösen Ausdrucksformen eine innere Nähe zur Welt des Glaubens, so daß sogar in den Situationen eines größeren Abrückens der Kultur von der Kirche gerade die Kunst weiter eine Art Brücke zur religiösen Erfahrung hin darstellt. Als Suche nach dem Schönen, Frucht einer das Alltägliche übersteigenden Einbildungskraft, ist sie ihrer Natur nach eine Art Anruf an das Mysterium.”
Papst Johannes Paul II, Brief an die Künstler, Ostern 1999
der andere Bild-Impuls
Johann P. Reuter: Stiller Klang
Still und zurückhaltend gibt sich dieses Bild.
Mitten in einem feinen und manchmal auch rätselhaften Geschehen
vermag es Orientierung zu geben. Die seitlichen Waagrechten können für
Episoden, für kleinere oder größere Abschnitte im Lebenslauf stehen.
So wie sie die Vertikalen kreuzen, wird ein Rhythmus
durchdrungen und erspürt. Dies von der Mitte aus, vom roten Quadrat,
das von seiner Farbe und Position her als Sitz des Lebens und
der Liebe gedeutet werden darf.