Die Installation „Heimweh“ nimmt die katholische Tradition des Fastentuchs auf. „Heimweh“ hat Bezüge sowohl zur Fastenzeit als eine Zeit der Umkehr und Neuausrichtung, die unserem Heimweh nach Gott Aufmerksamkeit schenkt wie zu unserer Gegenwart, die von großen Migrationsbewegungen geprägt ist.
Ich wünsche Ihnen eine gute Betrachtung und eine gesegnete Fastenzeit.
In jüngerer Zeit werden die Fastentücher als Bedeutungsträger
vermehrt wiederentdeckt und erleben als Bildfläche für künstlerische
Interventionen gerade auch in der Diözese Innsbruck eine Renaissance.
In sieben Kirchen Innsbrucks werden die Besucher:innen eingeladen, den Blick weg von vertrauten Darstellungen hin auf marginalisierte Themen zu richten.
Die Kunstinterventionen können auf der Website der Diözese Innsbruck besucht werden. Jedes Kunstwerk ist sehr gut in Bild und Wort erschlossen.
„Sprache ersetzt die Bilder nicht. Könnte man ein Bild in Worten vollständig wiedergeben, so wäre es überflüssig, und es hätte ungemalt bleiben dürfen. Als Walter Knaupp den Kunstpreis der Evangelischen Akademie in Bayern erhielt, sagte er: „Sie können mit Engelszungen predigen, auf die Dauer ist ein Bild stärker.“
Bilder haben eine Mächtigkeit, die das menschliche Bewusstsein bis in seinen vorbewussten Grund hinein bestimmt. Sie gehören zur Sprache der Seele und sind deren Nahrung. Sie lehren zu sehen und legen zugleich Vorstellungen fest.“
Hubert Halbfas im Vorwort zu „Augenblicke für das Unsichtbare“ von Walter Achermann, Zürich 1999, S. 13
der andere Bild-Impuls
Günther Uecker: Impulse fürs Leben
Die abgebildeten beiden Tafeln befinden sich im Andachtsraum des Reichtagsgebäudes in Berlin und sind dem Christentum zugeordnet. Mit den Nägeln und den mit Leinen auf den weiß-braunen Hintergrund applizierten Kreuzen lassen sie an den Kreuzestod Jesu denken. Doch wieso so viele Nägel, wieso zwei Kreuze? Stehen sie etwa für das Leiden und den Schmerz vieler? All derer, die genau wie die Nägel geschlagen wurden? ... Die Tafeln laden zum Weiterdenken ein.