Gegenwart Ewigkeit
Ein goldgelbes Blütenmeer füllt den gesamten Bildraum. Dunkelgrüne, längliche Elemente gliedern die Fläche senkrecht und lassen Gräser und Blumenstängel sehen. Im Bereich der Blüten wechseln goldgelbe Kelchblätter und grünes Blattwerk mit vergoldeten, körnigen Rundformen und nebelartigen, weißen Andeutungen. Das unendliche Blumenfeld verdeckt einen fruchtbaren Boden, es wird von verborgenen Wassern genährt, einem unsichtbaren Himmel überwölbt und von einer Sonne außerhalb des Blickfeldes beschienen.
Die überirische Schönheit dieser grenzenlosen Blumenlandschaft vermag ein Staunen hervorzurufen, denn sie vermittelt etwas Leichtes, Wachsendes und Freudiges in voller Blüte: Eine Hochzeit des Lebens. Ein irdischer Quadratmeter Leben auf seinem Höhepunkt oder in der Vollendung. Die Vollkommenheit bringen die vergoldeten Rundelemente ins Bild, indem sie etwas Beständiges, Kostbares, Überirdisches, Göttliches inmitten der vergänglichen Schönheit sichtbar machen.
Die Blumenwiese ohne Anfang und Ende ist zum einen ein Symbol für die Ewigkeit und vermag ein Sehnsuchtsfeld unserer Hoffnung auf die Vollendung der Schöpfung zu sein, wenn Jesus in Herrlichkeit wiederkommt und auch wir in ihm Vollendung finden. Zum anderen ist das Blütenmeer ein Symbol für die Gegenwart, die jetzige Zeitfülle, die unentwegt vom Vorher ins Nachher gleitet und in dieser unendlichen Bewegung Teil der Ewigkeit ist. So lädt das lichte Blütenmeer zum Innehalten ein, zum Ankommen im Hier und Jetzt, zum Schauen von Gottes Gegenwart, zum bewussten Da-Sein vor ihm und zuversichtlichen Glücklich-Sein in ihm.
Ganzer Stationenweg in der röm.-kath. Kirche St. Leodegar, Möhlin (Aargau, Schweiz)





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