C. Simon – Sonnengesang

„Schön erscheinst du im Lichtland des Himmels,
du lebende Sonne, Ursprung des Lebens.
Du bist aufgegangen im östlichen Lichtland,
und du hast jedes Land mit deiner Schönheit erfüllt.
Du bist schön, gewaltig und funkelnd, du bist hoch über jedem Land.
Deine Strahlen, sie umfassen die Länder bis ans Ende deiner ganzen Schöpfung.“

Bereits aus diesen ersten Zeilen des Sonnen-Hymnus des Echnaton (Amarnazeit um 1340 v. Chr.) geht die Verehrung der Sonne als dem einzigen lebensspendenden Prinzip hervor. Pharao Echnaton („Glanz des Aton“) entwickelte den ersten Eingottglauben. Das Gedicht beschreibt in poetisch kraftvollen Bildern „den Gott Aton als Licht, das die ganze Welt durchdringt und erleuchtet. Der Gott wird als Quelle und Schöpfer allen Lebens vorgestellt. Er gilt darüber hinaus als der, der alles Geschaffene fortwährend im Leben erhält. Die Ausführungen zeigen, dass Echnaton sich in seinen religiösen Anschauungen keineswegs langsam und über Zwischenstufen vom Polytheismus entfernte, sondern zur Abfassungszeit des Sonnengesangs bereits konkret monotheistisch dachte. So betont der Hymnus etwa, dass Aton nicht nur der einzige Gott sei, der für Ägypten Bedeutung besitze, sondern der einzige Gott, dem überhaupt göttliche Qualität zukomme, weshalb nur er es verdiene, Gott genannt zu werden.“ (Regina Radlbeck-Ossmann, Der eine Gott. Vom exklusiven Verbündeten des Herrschers zum liebenden Gegenüber jeden Menschen: in Der Sonnengesang des Echnaton, Weißenfels 2017, S.78-85, hier S. 80)

Christina Simon hat zu diesem Sonnengesang zwölf Linolschnitte von außerordentlicher Pracht geschaffen, die einladen, den Sonnengesang des Echnaton genauer kennenzulernen und zu erfahren, welchen bedeutenden Beitrag zum jüdischen Monotheismus er geleistet hat.

Bild-Impulse zu Linolschnitten von Christina Simon finden Sie hier.
Weitere Arbeiten von Christina Simon finden Sie in der Galerie auf ihrer Website.

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