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Valérie Wagner, morgenLand 1, 2017
© Valérie Wagner / www.valeriewagner.de

Gesegnet, gestärkt, ermutigt

Einsam steht ein Mensch zwischen Himmel und Erde im Übergang von Licht und Dunkelheit. Wie ein Strich in der Landschaft ragt seine aufrechte Gestalt über der weiten Ebene in den Himmel hinein. Er gehört zur Erde und steht geerdet da, schaut aber über den Horizont hinaus in die Ferne – und vielleicht in die Zukunft.

Was mag die Zukunft, die sich am rechten Bildrand noch in geheimnisvolles Dunkel hüllt, für ihn bereithalten? Noch erscheint sie wie eine tiefblaue Nacht und jeder Schritt in die Zukunft wäre ein Schritt ins Ungewisse. Was könnte den Menschen bewegen, einen Schritt in diese Ungewissheit zu wagen? Seine Ängste, Sorgen, Belastungen mutig zu überwinden und einfach loszugehen? Ist es vielleicht der helle Himmel am linken Bildrand? Hier ist die Zukunft in das hellblaue Kleid des Tagesanbruchs gekleidet: Klarheit ausstrahlend, Weite offenbarend, zum Aufbruch einladend!

Auch der funkelnde Lichterreigen, der wie ein Sternenhimmel über ihm schwebt und wie ein sanfter Regen auf ihn und die dunkle Erde niederfällt, scheint ihn zu einem ersten Schritt zu ermutigen. Die Lichtpunkte sind wie Sternen- oder Sonnenfunken, die zur Erde gleiten und dort wie Samenkörner des Lichts darauf warten, zu wachsen und Frucht zu tragen.

So einsam sich der Mensch am Übergang ins Neuland, in das neue Jahr oder eine andere Zeit vielleicht auch fühlen mag, er steht unter einem großen leuchtenden Stern. Was für ein Glück, solch einen Moment zu erleben! Was für ein Segen! Sinnfällig hat die Künstlerin den göttlichen Segen als funkelnde Wolke ins Bild gebracht, die den Menschen von allen Seiten umgibt. Als Gesegneter steht er am Übergang zu etwas Neuem und Unbekannten. Er geht nicht im Dunkeln, er geht nicht allein, sondern im Licht und in der Kraft von Gottes Segen.

Abraham kommt einem in den Sinn, dem Gott vor seinem Aufbruch in ein neues Land Mut zugesprochen hat: „Geh fort aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde! Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein.“ (Gen 12,1-2) Wen Gott segnet, der wird von Gott so für die Aufgabe gestärkt, so dass er zu einem Segen für andere wird. Paulus hat das am eigenen Leib erfahren und lobt Gott für die Kraft des Heiligen Geistes, der ihn unsichtbar führt und leitet: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.“ (Eph 1,3)

Nun stehen wir an der Schwelle zu einem neuen Jahr, vor einer Zeit der Ungewissheit mit vielen unbekannten Herausforderungen.  Aber wir dürfen zuversichtlich in das neue Jahr hineingehen, im Glauben, dass Gott „ganz gewiss an jedem neuen Tag“ (Dietrich Bonhoeffer) mit uns ist. Mit den Segensworten, die Gott Aaron und seinen Söhnen gegeben hat (Num 6,24-26) und den sie entfaltenden Worten des Theologen Jörg Zink sollen auch Sie gesegnet, gestärkt und ermutigt durch das neue Jahr gehen können:

Der Herr,
der Mächtige, Ursprung und Vollender aller Dinge,

segne dich,
gebe dir Gedeihen und Wachstum,
Gelingen deinen Hoffnungen, Frucht deiner Mühe

und behüte dich
vor allem Argen, sei dir Schutz in Gefahr und Zuflucht in Angst.

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir,
wie die Sonne über der Erde Wärme gibt dem Erstarrten
und Freude gibt dem Lebendigen,

und sei dir gnädig,
wenn du verschlossen bist in Schuld,
er löse dich von allem Bösen und mache dich frei.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich,
er sehe dein Leid und höre deine Stimme, er heile und tröste dich

und gebe dir Frieden,
das Wohl des Leibes und das Wohl der Seele, Liebe und Glück.

Amen.
So will es der Herr, der von Ewigkeit zu Ewigkeit bleibt.
So steht es fest nach seinem Willen für dich.

Patrik Scherrer, 01.01.2021

Valérie Wagner

morgenLand 1
Entstehungsjahr: 2017
Fotografie/Montage
© Valérie Wagner / www.valeriewagner.de
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