Quelle des Lebens
Der gelbe Grund und die freie Fläche in der Mitte verleihen dem Bild eine sonnige Weite, in die man eintreten möchte, in der man durchatmen kann und sich entfalten will. Dunkle, stachelige, sperrige Elemente am Rand deuten an, dass dieser Lebensraum keine Selbstverständlichkeit ist. Sie müssen immer wieder zur Seite geräumt, aus der Lebensmitte an den Rand gedrängt werden, damit das Lebensfördernde Priorität hat und nicht das Bedrohende oder gar Zerstörende.
Licht, Wärme, Freude, Freiheit, Leichtigkeit und Weite zeichnen den Entfaltungsfreiraum aus. In seiner Abstraktheit ist er örtlich nicht definiert und kann sich somit überall in unserem Leben und auch unsichtbar in uns selbst befinden. In den weißen Aufhellungen kann zudem die Spiegelung eines starken Lichtes gesehen werden, welches den Ort mit einer externen Lichtquelle verbindet.
Das Bild lädt ein, den dunklen Alltag außen vor zu lassen und in das warme Lichtbad einzutauchen. Hier kann man einfach sein, verweilen, zu sich kommen, Kraft schöpfen, sich neu orientieren – bis man wieder bereit ist für die Aufgaben des alltäglichen Lebens, für die Begegnung mit Bekannten, Freunden und insbesondere mit Unbekanntem, Überraschendem, Herausforderndem.
Die freie Fläche lädt aber auch zur Aktivität ein. Sie ist ein offenes Angebot für spielerische Bewegung, ein natürlicher Freiraum für kreatives Ausprobieren und neue Erfahrungen. Wenn sich mehrere Menschen in diesem Sonnenraum treffen, könnte er zu einer Tanzfläche des Lebens und der Freude werden.
Wer sich auf einen derart sonnigen Freiraum des Lebens einlässt, wird vom Licht getränkt und verwandelt mit neuer Leichtigkeit durch das Leben schreiten. Alle Schwere wird abfallen. Erleichtert schwebt das Leben im Glück. Vielleicht spricht der Psalmist von einer solchen Erfahrung, wenn er zu Gott betet: „Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht.“ (Ps 36,10)





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