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Josef Roßmaier, Adventsschnee, 2012
© Josef Roßmaier

Adventsereignis

Durchdringende Begegnung. Licht durchbricht das Dunkel. Seinesgleichen begegnet sich und geht ineinander über. Es ist ein lichtvolles Wehen zu beobachten, sanft erwartend von unten, stärker und konzentrierter von oben. Ein mystisches Herunterkommen in eine intensive Erwartung.

Klarheit vermittelt das Bild nicht. Es umschreibt vielmehr ein Ereignis, bei dem die Dunkelheit durch die Lichterscheinung aufgebrochen wird, bei dem ein senkrechtes Niederkommen auf eine waagrecht wartende Ebene trifft und sich mit ihr vereinigt.

Es ist das Warten und Kommen in diesem Bild, das fasziniert, das Erwarten und das Niederkommen. Das Geschehen der Heiligen Nacht wird auf diese Weise symbolisch fein angedeutet. Das Bild lässt aufmerken, weckt aus dem Alltagseinerlei auf mit seiner ungewöhnlichen Erscheinung. Wachsame Aufmerksamkeit macht sich breit für das noch Größere, das folgen wird. Wo wird Gott dieses Jahr seinen Sohn in uns Menschen hineinschenken? Wann wird Er durch jemanden von uns so sichtbar gegenwärtig werden, dass die Menschen seine heilende Anwesenheit spüren?

Es ist Wehen.
Es ist kein Regen, der fällt
Es ist Bild.
Nacht ist.

Darin geschieht Kommen.
Ein Herhauch, ein Windflug, „Immer noch Sturm“.
Oder leichtes Aufstehen des Nebels?

Der Engel sagt an?
Die Szene der Krippe?

Jene Stunde der Armut?
Gott atmet in Welt? Und birgt sich darin. Er wird nicht gesehen.

Jene Zeit ist?

Betlehembild.
Es wird sich füllen. Es wird real.

Es kommen die Hirten, die Weisen, wer noch?
Endlich auch wir?

Ich gerate hinein, in die Zeit Christi, in seine Anwesenheit.
In das, was jetzt immer noch ist.
In die Nacht und zur Stille.
In die Verborgenheit.
Ich gerate in Stürme. „Immer noch Sturm“ (Handke).

Josef Roßmaier

Patrik Scherrer, 15.12.2018

Josef Roßmaier

Adventsschnee
Entstehungsjahr: 2012
Fotografie
© Josef Roßmaier

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