Siehe, ich mache alles neu!
Frühlingshaftes Wachstum und Aufblühen verbildlichen Gottes Worte aus dem Buch der Offenbarung: „Siehe, ich mache alles neu!“ Diese fünf Worte verdienen es, Wort für Wort meditiert zu werden.
S I E H E Gott lädt ein, ihm seine Aufmerksamkeit zu schenken, genau hinzuschauen und mitzuerleben, was er Großes vollbringt. Seine Einladung rüttelt an unserer Wahrnehmungsfähigkeit, die durch viele Automatismen und unzählbare Eindrücke Entscheidendes übersieht: Gottes Wirken in unserem Leben.
I C H Der Hinweis, dass Gott selbst alles neu macht, weist darauf hin, dass sein Sprechen und Tun beachtenswert sind. Sein „Ich“ entreißt uns unserer Ich-Bezogenheit und vor allem dem Druck, alles allein auf die Reihe kriegen zu müssen. Gottes „Ich“ bedeutet für uns Entlastung in unserem Wachsen und Streben. Gelassen dürfen wir unser Möglichstes tun und zum Gelingen des Ganzen beitragen, im Wissen und in der Erfahrung, dass Gott das Wesentliche in uns und durch uns bewirkt und vollbringt.
M A C H E Gott spricht nicht nur große Worte, er setzt seine Verheißungen auch um. Das Tätigkeitswort „mache“ ist in der Gegenwart gesprochen. Seine Ankündigung bezieht sich auf ein permanentes, unermüdliches und gegenwärtiges Handeln Gottes in unserer sichtbaren und unsichtbaren Wirklichkeit. Dabei ist Gottes Beitrag nichts weniger als die Grundlage für unser Leben und dessen Entfaltung und Gelingen.
A L L E S Vor Gott ist nichts verborgen und „in ihm hat alles Bestand“, wie es im Brief an die Kolosser (1,17) heißt. „Alles“ beinhaltet keine Ausnahme und umfasst mehr als wir uns vorstellen können. „Alles, was dem Herrn gefällt, vollbringt er, im Himmel und auf Erden, in den Meeren und in allen Tiefen“, betet der Psalmist Gott lobend und preisend (Ps 135,6).
N E U Gottes Machen offenbart sich in einer allumfassenden Erneuerung. Es bedeutet nicht nur eine Renovation des Bestehenden, sondern auch die unentwegte Fortsetzung der vor Urzeiten begonnenen Schöpfung in all ihrer Vielfalt. Damit er uns und unsere Zeit nach seinem Plan umfassend zur neuen Schöpfung gestalten kann, ist es wichtig, Gott die Führung im Leben zu überlassen. Nicht wir vermögen Neues hervorzubringen, allein Gott vermag das Neue in der Schöpfung und durch uns zu vollbringen. In der endzeitlichen Verheißung, die der Aussage der Erneuerung vorangeht, wohnt Gott in der Mitte seines Volkes (Offb 21,3) und verspricht bei ihm zu sein.
Der Nährgrund und die Vollendung der Erneuerung ist Jesus selbst. Denn es steht geschrieben: „Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich unentgeltlich aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt.“ (Offb 21,6) Das Ziel der Neuschöpfung ist denn auch der „neue Mensch“ von dem Paulus sagt: „nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“ (Gal 2,20)





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