Steh auf …

In dieser textilen Arbeit sprechen den Betrachter eine Fülle von Worten gleichzeitig an. Die meisten sind mit Bleistift geschrieben, einige aber auch mit schwarzem oder goldgelbem Garn gestickt und dadurch betont hervorgehoben. All diese Worte wetteifern um die Aufmerksamkeit des Betrachters, so dass dieser zwischen den verschiedenen Aussagen hin- und hergerissen ist und Zeit braucht, einen ruhigen und geordneten Überblick zu erhalten.

Das quadratische Seidengewebe präsentiert sich als Lebensbild: vielschichtig, mehrdeutig, verbindungsreich. Eindeutige Transparenz steht im Wechsel mit mehrschichtiger Intransparenz oder Verdunkelung, freie Stellen stehen im Dialog mit den durch die Schrift oder Stickerei verdichteten Bereichen. Die Wörter und Sätze lassen den Betrachter teilhaben an einem sehr persönlichen Dialog zwischen einem nicht genauer definierten ICH und einem DU. Aus den neun mal neun Wortblöcken geht hervor, dass es sich bei den „Meine“-Aussagen um menschliche Lebens- und Grenzerfahrungen an Körper, Geist und Seele handelt: Unfähigkeiten, Unbeweglichkeiten, Ängste, Zweifel, Abgründe und Leiden. Diese Belastungen machen unfrei, fesseln und machen zum Gefangenen im eigenen Ich. Da braucht es immer wieder einen Mit-Menschen (oder auch einen von außerhalb des eigenen Ichs kommenden Impuls), der sagt: “Steh auf, ich bin da, ich höre dir zu, ich stehe dir bei, mache dir Mut und schenke dir Hoffnung. Hab Vertrauen, dass es gut wird, ich helfe dir, Schweres abzulegen, damit du wieder aufstehen kannst. Steh auf – Talita kum!“ (Elisabeth Paul) 28 mal leuchtet dieses „DU“ dem Betrachter entgegen, umgeben von den ebenfalls goldgelb hervorgehobenen Mutmachern: STEH AUF, TALITA KUM, ICH BIN DA, TALITA KUM.

Die 81 Wortbilder bieten vielfache Dialogmöglichkeiten. Man kann sie horizontal Zeile für Zeile, Wort für Wort im Wechsel von MEINE und DU lesen, aber auch vertikal Spalte für Spalte, diagonal oder in freier Folge. Hervorgehobene bzw. dunkel vertiefte Worte bilden stichwortartig eine weitere Lesevariante zu den goldgelb erhöhten DU-Wörtern. Spielerisch lässt sich auch der „Anfang“ links oben im Bezug zum „Ende“ rechts unten lesen. Dann stehen MEINEN GESCHLOSSENEN TÜREN im ersten Feld dem DU ÖFFNEST MEINE AUGEN im letzten Feld gegenüber und der FURCHT VOR DEM MORGEN im zweitletzten Feld antwortet ein DU BIST ZUKUNFT, DU BIST ZUKUNFT im zweiten Feld links oben.

Diese Beispiele wollen eine Einladung sein, das Lebensgewebe in alle Richtungen zu erkunden und zu erspüren, durch welche Äußerungen man mehr angesprochen wird. Vielleicht ist es ja auch die kreuzförmige Leseart, bei der MEINE ZWEIFEL MEINE im Zentrum und an den Kreuzenden vier Aussagen des Vertrauens gegenüberstehen: MEINE UNERFÜLLTEN TRÄUME TRÄUMEN – DU HILFST MIR WENN ICH IN NOT BIN DU HILFST DU – DU DEINE HAND MEIN LEBEN – DU ZEIGST MIR DEN HIMMEL. Beim Durchstreifen und Ausloten des eigenen ICHs wird man sowohl über die Wort- oder Satzdoppelungen stolpern als auch die Gruppe der Aussagen mit positiven Wörtern erstaunt wahrnehmen und auf sich wirken lassen: Meine Abhängigkeiten LÖSEN – Meine Vergangenheit ANNEHMEN – Meine Seele BEWAHREN meine Seele – Meine unerfüllten Träume TRÄUMEN. Immer wieder wird man die zentrale Erfahrung machen, dass jemand für mich da ist (ICH BIN DA) und mir befreienden Zuspruch schenkt (STEH AUF).

Ein sehr bewegter Hintergrund spiegelt auf seine Weise unser Angewiesen-Sein auf menschlichen und göttlichen Beistand angesichts der eigenen Zerrissen- und Verlorenheiten. Neun Handkonturen stehen für die hilfesuchenden Hände vieler Menschen als auch die ihnen dargebotenen Hände der Mit-Menschen. Eine weitere Strukturierung bilden senkrechte Striche hinter den Ich-Aussagen. Sie wirken wie ein Auf und Ab des Lebens, wie ein Gefängnis und stehen für Unbeweglichkeit und Erstarrungen. Dagegen sind die Felder hinter den DU-Aussagen und ausnahmsweise hinter der Mitte leer und frei gelassen. Sie deuten Freiheit und Leben an.

Die Künstlerin hat die Arbeit für die Ausstellung „Talita kum – steh auf“ im Kloster Hegne geschaffen. Der Bericht der Heilung der Tochter des Jairus (Lk 8,41-56) bildet den Hintergrund für die künstlerische Arbeit, die Rückkehr ihres Lebensatems, ihr Aufstehen, Umhergehen und Essen waren real erfahrbare Beweise für das außerordentliche Geschehen. Dieser Geist des Wortes, der Geist der Auferstehung und des Lebens atmet in der textilen Arbeit aus Kette und Schuss. Er atmet pulsierend in jeder helfenden Hand und spricht durch jedes gute Wort. Er atmet belebend im Dialog zwischen den menschlichen Endlichkeiten und dem Vertrauen in den Gott des Lebens. Er atmet in unserem Ein- und Ausatmen, im Auf- und Ab unseres Brustkorbes – als Geschenk Gottes an alle Lebewesen.

 

Ein himmlisches Angebot

Eine blaue Fläche verdeckt den barocken Hochaltar und erfordert einen Wechsel der Sehgewohnheiten. Durch das zeitweise Verhüllen des Gewohnten sollen die Gläubigen die Chance zu einer Neuentdeckung und einer neuen Sicht auf Gott erhalten und damit eine Umkehr zu Ihm. Das hängende Fastentuch eröffnet mit seiner blauen Farbe einen universellen Blick in die unergründlichen Weiten des Himmels oder Tiefen des Meeres. Seine halbtransparente Struktur lässt spielerische Lichteffekte zu und vermag damit an die Bedeutung von lebendigem Wassers für das Leben hinzuweisen.

Von oben senkt sich mittig ein intensiveres blaues Band in die Tiefe und breitet sich zwischen den beiden seitlichen Heiligenfiguren horizontal aus. In diesem auf dem Kopf stehenden T (Tau oder Kreuz) zieht ein helles Tondo den Blick auf das in einem Rosenstrauch sitzende nackte Jesuskind.  Auf der rechten Seite ist es von drei Rosenblüten umgeben: einer großen, voll aufgeblühten, darüber einer großen Knospe und Jesus selbst hält einen von der voll aufgeblühten Rose ausgehenden Stiel mit einer verschlossenen Knospe wie ein Zepter vor seinem Körper. Die drei Rosenblüten symbolisieren die Dreifaltigkeit. Das Lied „Es ist ein Ros entsprungen“ (GL 334/EG 30) ist ein Zugang zu diesem ungewöhnlichen Fastentuch. „aus Gottes ew‘gem Rat hat sie ein Kind geboren …“ heißt es in der zweiten Strophe und so sieht man das Jesuskind als Menschensohn zwischen der symbolischen Darstellung von Gott Vater in der aufgeblühten Rose und der haltgebenden Hand Mariens. Ebenso passt die dritte Strophe: „ Das Blümelein so kleine, das duftet uns so süß; mit seinem hellen Scheine vertreibt’s die Finsternis, wahr‘ Mensch und wahrer Gott, hilft uns aus allem Leide, rettet uns von Sünd und Tod.“

In mir begann die zweite Strophe des Liedes „zu Bethlehem geboren“ von Friedrich Spee (GL 239/EG 32) bei der Betrachtung des Fastentuches zu singen. Denn die große blaue Fläche und das leuchtende Tondo fokussieren den Blick auf Jesus und auf seine Position in meinem Leben: So klang in mir: „In seine Lieb versenken will ich mich ganz hinab; mein Herz will ich ihm schenken und alles was ich hab. Eia, eja, und alles was ich hab.“ Erschrocken über die weihnachtlichen Klänge kam ich aber zur Erkenntnis, dass es in der Fastenzeit gerade darum geht: Den vielleicht aus den Augen und aus dem Alltag verlorenen Gott wiederzufinden und ihm den Platz in meinem Leben wiederzugeben, der ihm als „höchsten Gut“ gebührt. Dem war sich Friedrich Spee bewusst, wenn er in der fünften  Strophe formuliert: „Dazu dein Gnad mir gebe, bitt ich aus Herzensgrund, dass dir allein ich lebe jetzt und zu aller Stund. Eia, eia, jetzt und zu aller Stund“.

Diese gnadenvolle Veränderung soll mein/unser ganzes Leben durchwirken und es zur Ehre Gottes verändern, damit es wie die goldenen Strahlen von seiner Präsenz in meinem/unserem Leben kündet. Um anzudeuten, dass so eine Veränderung meist unsichtbar, aber doch durch ein vielfältiges, heilsames Wirken in konkreten menschlichen Beziehungen, Handlungen und Gesten geschieht, hat die Künstlerin auf der Rückseite des Fastentuches in der Höhe des Tondos mit goldenen Umrisslinien neun bewegte Hände in zwei Gruppen dargestellt: gebende, helfende, empfangende, darreichende, betende, bewahrende, beschützende und segnende Hände. – Eine Einladung, dem Mitmenschen wie Jesus zu begegnen, sie wie sie sind anzunehmen, ihnen Freiheit und Lebensfülle schenkend, sie an der Hand nehmend oder ihnen segnend die Hände aufzulegen zur Stärkung in allen Lebenslagen – aus der Verbundenheit mit Gott und Ihm in jedem Mitmenschen.

 

Das Fastentuch ist bis zum 14. April 2022 in der Stadtpfarrkirche St. Jakob in Villach (A) im Original zu sehen. Auf der Website der Pfarrei können Sie eine andere, sehr lesenswerte Betrachtung von Herrn Pfarrer Dr. Richard Pirker lesen.

Hände reden vom Kreuzweg

Am 1. März 2020 ist in Landquart (unweit von Chur, Schweiz) ein Kreuzweg eingeweiht worden, der bis auf wenige Hilfsmittel wie Brot, Kreuz, Tuch, Natodraht oder Erde ausschließlich mit Händen aus der Gemeinde gestaltet worden ist. Es sollte ein Kreuzweg „von Landquarter*innen für Landquarter*innen“ werden. Ein Kreuzweg, der das Leben der heutigen Gläubigen über ihre Hände mit dem  Kreuzweg Jesu verbindet. Der Kreuzweg stellt unseren irdischen Leidensweg, unseren Kreuzweg, den Jesus für uns vorausgegangen ist, dar!” Die 33 cm Kantenlänge der quadratischen Fotos verweisen auf das Lebensalter Jesu.

In der elementaren Gebärdensprache der Hände wird dem Betrachter der Kreuzweg Jesu nahegebracht. Die Hand-Zeichen lassen ihn zum Mitwirkenden werden, denn der Leidensweg Jesu geht uns alle etwas an. Er setzt sich quer durch unsere Leben hindurch fort und begegnet uns z.B. in allen Situationen der Todesangst, der Ver-urteilung, des Mit-tragens oder der Linderung. Bei der zweiten Station werden einem Momente und Zeiten der Abwehr bewusst, des Nicht-wahr-haben-Wollens, des Versteckens. Bei der vierten Station wird man an Situationen erinnert, in denen man in ein Gruppengeschehen hineingeraten ist und sich plötzlich beim Lästern und Urteilen über andere ertappt. In der sechsten Station sind die Hände dem Kreuz nahe, sie tragen und berühren es gleichzeitig, um dem Leidtragenden nahe zu sein und ihn durch ihre solidarische Aktion zu entlasten. In der siebten Station werden alle Begegnungen angesprochen, in denen durch Zuwendung Trost und Linderung gespendet wird.

Dreizehn Stationen sind als schwarz-weiß-Fotografien ausgeführt, nur die Auferstehung in der XIV. Station deutet mit ihrer Farbe auf eine wesentliche Veränderung hin. Sie verweist durch ihre blaue Farbe auf die blau gemalte Decke im Chor und leitet so von dieser Welt in die jenseitige Welt über, die wir auch gerne als Himmel bezeichnen. Zwei Hände voller Erde muten da wie ein Widerspruch an. Doch sie sprechen von einem Neuanfang, losgelöst von irdischen Gebundenheiten oder dem, was von uns materiell übrigbleibt. Und sie erinnern daran, dass wir in diesem Leben fruchtbar sein sollen im Hinblick auf die Ewigkeit und dass wir – was auch immer mit uns passiert – von Gott getragen und in seiner Hand geborgen sein dürfen.

Broschüre mit kurzen Meditationstexten und Abbildungen zu allen Stationen

Morgendliche Begrüßung

Gelbe Hände strecken sich einer roten Kugel entgegen. In ihr und um sie herum künden pulsierende Kreislinien und bunte Lichtpunkte von einer vibrierenden Energie, die über sich hinausgeht. Es sind Lichtlinien, welche die rote Kugel wie Haare prachtvoll kleiden und sich nach unten handartig ausformen als wollten sie den menschlichen Händen die Hand reichen. Ein im Bild schwebendes Augenpaar verstärkt den Eindruck, mit der roten Kugel eine göttliche Persönlichkeit vor sich zu haben, die voller Liebe und Leben den Menschen zugewandt ist und sich an sie verschenken will.

Es ist eine besondere Begegnung, die hier ins Bild gebracht wird. Zum einen die Zuwendung des himmlischen Gestirns, das durch seine Größe und Pracht einzigartig ist, zum anderen durch die vielen menschlichen Hände, die sich wie Keimlinge lichthungrig aus dem Wasser dem Gestirn entgegenstrecken als auch die mit einem Vogel verzierte Gondel, welche die Anwesenheit eines hohen Würdenträgers andeutet. Die feinen Wellenlinien mögen auf ihre wasserreiche Heimat anspielen, das schlangenförmige Gebilde mag den mäandrierenden Verlauf der flachen Gewässer andeuten, kann aber auch symbolisch für ein Auf und Ab, ein Hell und Dunkel des Lebens stehen. Einige Verse aus dem Sonnengesang des Echnaton lassen das Bild mit seiner ägyptischen Formensprache besser verstehen.

Am Morgen bist du aufgegangen im Lichtland
und bist strahlend als Sonne des Tages.
Was auf Füßen steht, erwacht: du hast sie aufgerichtet,
sie reinigen ihre Körper und ziehen Leinengewänder an;
ihre Arme sind in Lobgebärden bei deinem Erscheinen,
das ganze Land tut seine Arbeit.

Die Arme kommen aus dem Wasser, weil das Sonnenlicht die ganze Schöpfung geweckt und aufgerichtet hat und die Menschen sich vor dem Morgenlob als erstes für die Begegnung mit ihrem Lebensspender waschen und rein machen. Das Bild zeigt nur die emporgestreckten Arme der Menschen, so wie wir sie heute von begeisterten und jubelnden Besuchern eines Popkonzertes kennen. Hier strecken sich die Hände ihrem Star auf der Himmelsbühne entgegen. Sie begrüßen die Sonne bei ihrem Erscheinen, sie sind der körperliche Ausdruck ihrer tiefen Dankbarkeit, dass sie zuverlässig da ist und ihrem Leben einen festen Rhythmus gibt. Die hochgestreckten Hände bejubeln und loben ihren Himmelsstar, der ihnen täglich Licht und Wärme spendet und wesentlich zur Fruchtbarkeit des Landes und damit zur Lebensmittelversorgung beiträgt.

Aus einem anderen Blickwinkel gesehen könnte man auch sagen, dass die Sonne gleichsam auf Händen getragen wird. Durch das tägliche Ritual wird sie nicht als selbstverständlich angesehen, sondern die Beziehung wird gepflegt und das Wohlgefallen des übergeordneten „Herrschers“ erbeten. Dieser Dialog wird in der jüdischen und christlichen Religion insbesondere in den Psalmen deutlich. Hier wird auch ersichtlich, dass einiges aus dem Gedankengut des Echnaton verwandelt und weiterentwickelt in das Gespräch mit Gott eingeflossen ist. Abschließend und beispielhaft dafür können die Verse 1-6a des Psalms 24 stehen:

Dem HERRN gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner.
Denn er hat ihn auf Meere gegründet, ihn über Strömen befestigt.
Wer darf hinaufziehn zum Berg des HERRN, wer darf stehn an seiner heiligen Stätte?
Der unschuldige Hände hat und ein reines Herz, der seine Seele nicht an Nichtiges hängt und keinen trügerischen Eid geschworen hat.
Er wird Segen empfangen vom HERRN und Gerechtigkeit vom Gott seines Heils.
Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt, …

Alle Bilder von Christina Simon aus dem Sonnen-Hymnus

erwartende Hände

Ein Händepaar schwebt hell im fast schwarzen Hintergrund. Wie aus dem Nichts kommen die beiden Hände aus der Dunkelheit heraus, wunderbar inszeniert durch die Unschärfe im hinteren Bereich. Bis nach vorne zu den Fingerspitzen wandeln sie sich zu einer Schärfe und Klarheit, die alle Details der Fingerspitzen sichtbar werden lassen. So vermitteln sie den Eindruck, aus dem Bild herauszuragen und laden ein, von uns ergriffen zu werden. Dies im doppelten Wortsinn: Ergriffen von anderen Händen, um deren Nähe zu spüren oder geführt zu werden. Ergriffen aber auch im Sinne von Tief-berührt-Werden.

Von der Person selbst sind nur schwache Aufhellungen wahrzunehmen. Die raue Haut und die Beschaffenheit der Fingernägel lassen aber jemanden vermuten, der mit seinen Händen handwerklich viel gearbeitet hat. Die Person scheint zu sitzen und die Hände auf ihre Knie gelegt zu haben. Die Hände sind ganz natürlich zu Schalen geformt und einander leicht zugeneigt. Ohne den Menschen zu sehen, dem sie gehören, strahlen sie etwas Bittendes und Erwartendes aus.

Doch die beiden Hände sind nicht als eine Schale geformt, wie man sie bei Menschen antrifft, die um eine Ware oder um Geld bitten. Wer die Hände so ausstrecken kann – nebeneinander und die Handflächen nach oben – der sucht und bittet um etwas anderes. Angstfrei und loslassend hat er sich von innen nach außen geöffnet, sei es aus Sehnsucht, sei es aus einer reifen inneren Haltung heraus, die in Kommunikation zum Gegenüber geht und sich selbst geben, sich selbst hingeben will.

Die Hände strahlen Ruhe und Gelassenheit aus. Sie sind Symbol vom stillen erwartenden Warten, von der Sehnsucht und der Hoffnung des Menschen, von lichter Gnade und erfüllendem Glück beschenkt zu werden. Von all dem, was wir selbst nicht machen können. Und nicht nur die Hände sollen gefüllt werden, der ganze Mensch soll erfüllt und durch die Gaben des göttlichen Du‘s vollendet werden.

Die offenen Hände eines Menschen … Aber was wäre, wenn sie die offenen, erwartenden Hände Gottes darstellten? Seine Hände, die sich aus der das Geheimnis seiner Person wahrenden Dunkelheit heraus uns entgegenstrecken und einfach darauf warten, von uns vertrauensvoll ergriffen zu werden, um Halt und Sicherheit zu geben?

Die Fotokünstlerin Valérie WagnerIn setzt sich in ihrem neuen Fotoprojekt OHNE WORTE mit ritualisierten Gesten und Ausdrucksformen von Glauben auseinander. Ihr Fokus liegt auf den Händen, ihren Handlungen und Haltungen. Die Schwarzweiß-Aufnahmen entstanden in einer Studiosituation, so dass den Handlungen der liturgische Kontext genommen wird. Diese visuelle und inhaltliche Freistellung ermöglicht einen neuen Blick auf Gewohntes und Tradiertes und schafft Freiraum für die Frage nach der inhaltlichen Dimension von Ritualen und ihre Bedeutung für das Individuum.

Zur Ausstellung OHNE WORTE ist ein 84-seitiger Katalog mit 32 s/w Fotografien erschienen. Hrsg. Valérie Wagner, Erzbistum Hamburg, Hamburg 2015, 19,95 €, ISBN: 978-3-00-049376-8

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In Reichweite

Was Du als selbstverständlich betrachtest,
ist für mich ausser Reichweite
Was ich säe,
wird im Keim erstickt – durch eine unzähmbar gewordene Natur
und durch die ungleiche Verteilung

Wir hoffen weiter – auf Gerechtigkeit
Du kennst keinen Hunger
Ich harre im Hunger aus
Was Du isst,
säe und ernte ich und gebe es weg
Dir fällt die Auswahl schwer,
während ich keine habe
Mit dem, was ich verdiene, kann ich kaum meine Kinder ernähren
Das Ungleichgewicht bleibt bestehen
In der Sättigung erstarkt,
im Hunger schwach
Werden wir uns je wehren können?
Gibt es Gerechtigkeit?
Übersättigung – Unterernährung

Wir hungern weiter

Worin bestünde die Gerechtigkeit?
Ich verdiene an meiner Ernte soviel,
dass ich leben kann
Auf Ausgleich hoffen und auf Morgen vertrösten
Wo verbirgt sich die Klage für das Unterlassene?

Wer hungert, erfährt Gerechtigkeit

Im Teilen zwischen Dir und mir entstünde Hoffnung
Und die Möglichkeit einer fruchtbaren Zukunft

Text: Michèle Brandenberg, Zug/Basel
Bild: Sr. Gielia Degonda, Kloster Ingenbohl

Rest

Nicht an der Wand hängend, nicht klein wie ein Grabkreuz oder übergroß wie ein Wegkreuz begegnet uns dieses Kreuz, sondern in Menschengröße tritt es uns gegenüber.

In der Senkrechten besteht es aus einem einfachen Vierkantstab mit einer glatten, unstrukturierten Oberfläche, der in seiner geraden Schlichtheit an ein aus Balken gefertigtes Kreuz erinnert. In der Waagrechten hat die Künstlerin kein dementsprechend konstruiertes Element verwendet, sondern zwei an den Unterarmen miteinander verbundene Hände, die durch ihre körperliche Ausformung an den Leib Christi denken lassen, der am Kreuz gestorben ist. Sowohl die realistisch gestalteten Hände als auch das vertikale Stabelement wurden mit einer Silbernitratpatina veredelt, wodurch sich beide Elemente trotz ihres formalen Kontrastes zu einer Einheit verbinden.

Kreuz und Gekreuzigter werden so auf das Wesentliche reduziert zur Sprache gebracht: Mit ausgebreiteten Armen ist der Mensch an einem von Menschenhand errichteten Folterinstrument erhöht getötet worden. Doch anders als bei den traditionellen Kreuzigungsdarstellungen ist nur die eine Handfläche dem Betrachter zugewandt, die andere kehrt ihm den Handrücken zu; auch sind keine Wundmale zu erkennen

Diese so plastisch modellierten Hände scheinen nicht die eines Toten, sondern das Letzte eines Lebenden, eines um das Leben Kämpfenden zu sein. Doch sie greifen ins Leere. Während die linke Hand bereits kraftlos nach unten hängt, spreizen sich die Finger der rechten Hand noch kraftvoll, als wollten sie einen von hinten kommenden unsichtbaren Angreifer abwehren.

Die harmonische Gesamterscheinung dieses lateinischen Kreuzes täuscht. Der auf die beiden Extremitäten reduzierte Leib irritiert in seiner schwebenden Position. Sein lautloser Schrei nach dem fehlenden Körper dazwischen verunsichert, die Drehbewegung der in den Unterarmen verbundenen Hände ruft Unbehagen hervor und stellt gleichsam die Frage nach dem Warum.

Angesichts des Unfassbaren, das mit der Kreuzigung des Gottessohnes geschehen ist, sollte es uns nicht bei der Betrachtung eines jeden Kreuzes so ergehen wie mit dem Kreuz von Louise Bourgeois? Es vermag durch Gewöhnung zur Indifferenz verhärtete Kreuz-Ansichten aufzubrechen und Gefühle und vielleicht auch persönliche Erfahrungen zum Leben zu erwecken, in denen man sich wie am Kreuz aufgehängt, aller menschlichen Würde beraubt, handlungsunfähig vorkam. „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mt 15,34)

Geben und Empfangen

Auf einem geradezu glühenden Quadrat begegnen uns vordergründig zwei aufeinander zugeordnete Zeichen: das Untere u-förmig offen, bergend; das Obere schwebend, astförmig ausgreifend. Das untere Zeichen streckt sich außen dem Oberen entgegen, das obere Zeichen taucht mit drei Ausformungen in den Bereich des Unteren ein. Die weiße, stellenweise ins Braun wechselnde Farbe gibt den Zeichen vor dem gelb-rötlichen Hintergrund etwas Körperliches, Materielles, Hölzernes. Während im Hintergrund durch die Holzstruktur und die Farbe das Leben pulsiert, sind die beiden Zeichen eher von fahler Vergänglichkeit geprägt.

Was sie wohl darstellen mögen? Das untere Zeichen gleicht einer Schüssel, einem nach oben offenen Gefäß. Das obere Zeichen hat eine waagrechte Ausrichtung, aus der die drei Ausformungen fingerförmig diagonal nach unten weisen. – Eine stilisierte Hand, die von oben her in die Schüssel greift? Oder deutet die U-Form vielleicht auch zwei offene Hände an?

In der Mitte dieser Begegnung lässt sich ein geradezu unscheinbares drittes Symbol beobachten. Goldfarben und kugelförmig befindet es sich genau in der Mittelachse des Bildes. Majestätisch schwebt die Kugel in und über der U-Form und macht den Eindruck von Erhabenheit. Wurde die goldene Kugel von oben in das Gefäß hineingelegt? Oder bieten die unteren Hände dieses kostbare Unendliche dem über ihm an? Auch scheint das obere Zeichen wie mit Zeigefinger und Daumen nach diesem runden Zeichen greifen zu wollen. Der Bildtitel könnte „Geben und Nehmen“ heißen? Doch der Künstler hat sich für „Geben und Empfangen“ entschieden.

Diese Bildbezeichnung ist offener. So schwingt im Geben und Empfangen der Aspekt der Freiheit mit. Da wird keiner zum Verlierer oder zum Gewinner. Da ist eher ein wechselseitiger Austausch zu beobachten, ein ausgeglichenes und stetes Hin und Her von Anbieten und Entgegennehmen. Hier wird eine Grundhaltung thematisiert, die etwas Großes, ja Göttliches an sich hat. Aus dem Dunkel heraus leuchtet diese Weisheit auf und will sich glühend in unser Herz einbrennen. Diese Ikone göttlichen Handelns vermag uns zu lehren, dass Austausch nach gerechten Grundsätzen zu erfolgen hat. Das lässt sich unendlich lange und immer wieder meditieren – in allen Lebensbezügen.

Bedeutsame Hände

Hände und Unterarme sind in diesem Kreuzweg die Hauptdarsteller. Bis auf drei Ausnahmen sind keine Körper oder Köpfe zu sehen (alle Bilder). Aber es geht ganz klar um den Menschen, ein Essen, Gefangenschaft, Stürze, Leid, Kreuzigung und Auferstehung. Die Handlung beschränkt sich in ihrem Ausdruck auf die fotografische Wiedergabe der menschlichen Arme und Hände, deren unterschiedliche Haltungen voller Symbolik sind. Im Dialog mit dem Holzbalken und dem Licht verstehen sie das Leiden und die Auferstehung Jesu eindrücklich zum Ausdruck zu bringen. Dies verstärkt der sparsame Einsatz von Farbe im ersten und letzen Bild, sowie ankündigend in der Kreuzigung.

Die Hände begegnen und berühren sich, sind in gestischem Gespräch. Hier wird die eine von einer anderen ergriffen und gehalten. Ihre diagonal-vertikale Ausrichtung ist von Bedeutung. Ebenso, dass der untere Arm das waagrechte Holz kreuzt und ein breites gelbes Lichtband senkrecht die Dunkelheit trennt. Vor dem Hintergrund der Kreuzigung wird so die göttliche Hilfe symbolisiert: Einerseits die rettende Hand von oben, welche den Menschen am schlaffen Handgelenk aus der Tiefe des Leids und des Todes errettet. Andererseits das hereinbrechende Licht, das die Dunkelheit zurückweichen lässt und durch seine Vertikale dem furchtbaren Kreuzestod bereits einen glorreichen Ausgang gibt.

Bedeutsam sind die sechs Hälften der Passionsfrucht, die im Kreuzungspunkt des Lichtstrahls auf dem Holzbalken liegen. So wie seit dem 17. Jahrhundert in der Passionsblume die ganze Leidensgeschichte Jesu gesehen wurde (daher auch der Name), so kann deren Frucht die Auferstehung bezeichnen. Die Hälften geben gleichsam Einblick in das an sich Verborgene der Auferstehung, lassen im Innern der unansehnlichen und harten Schale das reife Fruchtfleisch sehen, sie bilden eine symbolische Siegeskrone angesichts des überwältigten Todes und der erlittenen Folterqualen.

Das Fehlen von Blut und geschundenen Körperteilen mag irritieren. Ob damit gesagt werden will, dass den Darstellern die Erfahrung der Folter und des Todes unbekannt ist? Oder könnte dies auch zum Ausdruck bringen, dass in der Auferstehung alle Wunden geheilt werden? Dass wir im Tod zu einem neuen und ganzheitlichen Leben auferweckt werden, das zeitlos und integral unser ganzes Wesen beinhaltet? – Wir?

Auch die verschiedenen Hände und Arme mögen verunsichern. Der Kreuzweg folgt in seiner Handlung und Abfolge dem Leidensweg Jesu. Aber er wird von Menschen jeden Alters und Geschlechts dargestellt, um deutlich zu machen, dass erstens viele Menschen einen solchen Leidensweg gehen müssen. Zweitens zeigt er auf, dass es unsagbar schwer ist, einen solchen Weg alleine zu gehen und es gut tut, eine hilfreiche Hand bei sich zu haben. Letztlich zeigen die verschiedenen Mitwirkenden auf, dass der Leidensweg Jesu in seiner Wirkung alle Menschen betrifft. Jesus ist für uns alle gestorben. Durch seine Auferweckung von den Toten hat er uns allen die Hoffnung auf ewiges Leben geschenkt.

Gesamtansicht aller Kreuzwegbilder

Liebe und Hass

LOVE und HATE steht in großen Buchstaben auf zwei fast symmetrischen, unförmigen Gebilden, die als überdimensionale Hände dem Betrachter gegenübertreten. Es sind Hände, die sich zu Fäusten geballt haben und zum Schlagen bereit sind oder bereits kräftig auf den „Tisch“ geschlagen haben.

LOVE und HATE, LIEBE und HASS sind auf die Außenseiten der Finger tätowiert. Männer in amerikanischen Gefängnissen schreiben sich diese beiden Worte manchmal auf ihre Hände, um ihren Kampf für das Gute auch äußerlich zu manifestieren. Geballte Kraft steckt in diesen beiden stilisierten Fäusten aus Beton, die sich nur an den Daumenspitzen berühren. Durch die Fäuste erhalten die beiden Wörter LOVE und HATE mehr Ausdruck und es wird auch offensichtlich, dass diese beiden Gefühle untrennbar mit dem menschlichen Denken und Handeln verbunden sind.

Sagt nicht der Volksmund, dass die rechte Hand vom Herzen kommt, rechtschaffen und gebend ist, während die linke Hand mit „falsch“ oder „schlecht“ in Zusammenhang gebracht wird? Schon zu Zeiten des Predigers Kohelet verband man rechts und links mit richtig und falsch, mit gut und böse: „Der Verstand des Gebildeten wählt den rechten Weg, der Verstand des Ungebildeten den linken.“ (Koh 10,2) In der Übersetzung der Lutherbibel wird dies noch deutlicher: „Des Weisen Herz ist zu seiner Rechten; aber des Narren Herz ist zu seiner Linken.”

In den beiden Fäusten wird der unvereinbare Gegensatz zwischen diesen beiden starken Gefühlen sichtbar. Sie sind zwar beide im Herzen verankert, doch sollen wir uns immer wieder neu für die Liebe entscheiden. Schon Mose gab dem Volk Israel das Gebot: „Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen. … Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Lev 19,17-18) In der gleichen Linie ruft der Prophet Amos den Israeliten zu: „Sucht das Gute, nicht das Böse; dann werdet ihr leben und dann wird, wie ihr sagt, der Herr, der Gott der Heere, bei euch sein. Hasst das Böse, liebt das Gute und bringt bei Gericht das Recht zur Geltung!“ (Am 5,14-15) Und auch Jesus erwähnt Liebe und Hass im Zusammenhang mit den Verlockungen des Geldes in einem Satz: „Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.“ (Mt 6,24)

Bei Jesus kommt schön zum Ausdruck, dass sich Liebe oder Hass immer an ein Gegenüber richten: „er wird zu dem einen halten und den andern verachten“. In gewisser Hinsicht ist es heutzutage noch gut, wenn solche Gefühle wie Liebe und Hass noch in unseren Herzen wohnen. Da gibt es noch ein Gegenüber, dem man sich zu- oder von dem man sich abwendet. Schlimmer wird es, wenn wir keine Gefühle mehr zeigen, wenn wir durch Desinteresse gefühls- und teilnahmslos geworden sind. Den Mitmenschen ignorieren ist schlimmer als ihn hassen, weil dadurch keine Be-Achtung, keine Auseinandersetzung mit dem anderen mehr da ist und er gleichsam in die Nichtexistenz gestürzt wird.

Die Skulptur ermutigt mich über den Kampf für das Gute hinaus zum Kampf gegen die Ignoranz in der Welt. Mit der Skulptur begleiten mich die Worte des Apostels Paulus an die Korinther: Brüder und Schwestern, „seid wachsam, steht fest im Glauben, seid mutig, seid stark! Alles was ihr tut, geschehe in der Liebe.“ (1 Kor 16,13-14) Insofern wünsche ich mir im Gegensatz zur geschlossenen Faust des Hasses für die Liebe eine offene Hand: Als Zeichen der Offenheit für den Nächsten, als Ausdruck des Friedens und der Bereitschaft, ihm mehr als die Hand zu reichen, damit er meine Zuneigung und meine Liebe spüren kann.

Explosiv ?

Was ist das? Was soll das darstellen? Einen Apfel? Eine Traube? Eine Handgranate? Die vom Künstler Matthias Dämpfle geschaffene Skulptur ist in ihrer Form offen für solche Assoziationen. Auch die silbrige Linie, die diesen kleinen dunklen Betonblock schlangenförmig von links nach rechts durchzieht, lässt viele Interpretationen zu.

Die flache Vorderseite erschwert eine räumliche Vorstellung. – Muss ich in die Tiefe gehen? Würde es nicht genügen, einfach vor dem Kunstwerk stehen zu bleiben, es als schön oder nicht schön zu beurteilen und stehen zu lassen, und nicht daran zu kratzen? Da ich allerdings glaube, dass in allem Geschaffenen ein Sinn steckt, kann ich nicht anders als auch dieses Kunstwerk mit dem Glauben zu durchdringen und ergründen.

Ich entdecke, dass die unscheinbare silbrige Linie die Skulptur in zwei Hälften teilt: eine Linke und eine Rechte, die ineinander verschränkt sind. Vier Finger in jede Richtung – eine Hand, zwei ineinander verschränkte Hände, deren Daumen nach oben schauen!

Nicht aus eigener Sicht, aber aus der Sicht des Gegenübers können uns solche Hände bekannt sein als Zeichen der Einkehr, der Stille, der Sammlung auf das Wesentliche im Leben. Sie können uns auch bekannt sein als Ausdruck des Gebets, der Besinnung auf die Verbundenheit mit Gott.

Wie die Hände sich zusammen tun, so „verschränken“ sich im Gebet der menschliche und der göttliche Geist zu erneuernder Einheit. Wie sich eine Hand öffnen muss, um eine andere Hand zu ergreifen, braucht es die Offenheit des Menschen, damit Gott ihn beschenken, bildlich gesprochen seine Hand ergreifen, halten und füllen kann.

Gerade durch diese herzliche Verbundenheit mit Gott wohnt dem Gebet eine geballte Kraft inne, die ähnlich explosiv ist wie die einer Handgranate. Glaube und Liebe wirken allerdings nie zerstörend, sondern immer tröstend, heilend, stärkend, ermutigend. Gerade weil Beten weder oberflächlich noch formelhaft gesprochene Wort ist, sondern aus der Tiefe des Herzens kommt (vgl. Röm 8,26f), vermag es Berge zu versetzen (Mt 17,20) – im Beter selbst und bei allen, für den er oder sie sich einsetzt.

Diese auf eine einfachste Form verdichteten Hände erinnern mich an die Kraft des Gebetes und ermutigen mich, es vermehrt als wunderbares Geschenk Gottes zu nutzen.